Subversives Potential entdecken

Ausstellung von Matthew Cowan im Kunstverein

Langenhagen. "Wir freuen uns, die erste deutsche Einzelausstellung des neuseeländischen Künstlers Matthew Cowan präsentieren zu dürfen", so die Ankündigung von Ursula Schöndeling, künstlerische Leiterin des Kunstvereins.
Matthew Cowan studierte Kunst und Psychologie und setzt sich humorvoll mit volkstümlichen Ritualen und Festen auseinander. Als Neuseeländer wuchs er in einem von sehr unterschiedlichen kulturellen Einflüssen geprägten Umfeld auf. Nach Studienaufenthalten in Japan und den USA lebt er seit einigen Jahren in Europa. Während verschiedener Aufenthaltsstipendien, unter anderem in Großbritannien, Finnland und Slowenien, untersuchte er lokale Bräuche und entwickelte Film- und Liveperformances, die zum Teil gemeinsam mit lokalen Akteuren umgesetzt wurden. Seine Arbeiten setzen jeweils Recherche voraus, die neben historischem Material auch den zeitgenössischen Umgang mit folkloristischen Phänomenen umfassen.
Seit geraumer Zeit interessiert sich Matthew Cowan für Rituale der Verwandlung, wie sie im an Jahreszeiten orientierten Brauchtum (Winteraustreiben / Karneval) geläufig sind. Kostümierungen, rituelle Gewändern, Uniformen und Standarten nutzt er, um in den traditionellen Rollenbildern subversives Potential (wieder) zu entdecken. In den letzen Jahren entstanden in diesem Zusammenhang eine Reihe von Masken und Kostümen, objekthaften Skulpturen und Fotoserien. Neueste Arbeiten zu diesem Themenkreis stehen im Mittelpunkt der Ausstellung für den Kunstverein, die den Titel "Equinox Men" trägt.
Matthew Cowan war in den Jahren 2014/15 Stipendiat am internationalen Stipendienprogramm Braunschweig Projects der HBK Braunschweig (Hochschule für bildende Kunst). Ausstellungen fanden in London, Auckland, Sapporo und New York und zuletzt in der Motorenhalle an der HBK Braunschweig statt.
Ausstellungseröffnung ist am Sonntag, 29. November, um 15 Uhr. Gäste sind willkommen; der Künstler wird vor Ort sein. Die Ausstellung wird ermöglicht durch die großzügige Förderung des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur.