"Superman ist nicht gefragt"

Fil ab, Kamera läuft (von links): Jana Ewertowski (Ton), Saskia Kunz (Kamera), Lena Willig (Regie), Sina Grade (Animation), Julia Hildebrand (Drehbuch) und Annika Peters (Reporterin).Foto: O. Krebs

IGS-Schülerinnen holen sich Niedersächsischen Filmpreis

Langenhagen (ok). Superhelden – schon 1983 von der Band Extrabreit in ihrem Album "Die Rückkehr der fantastischen 5" besungen. Diese Art von Helden, die durchs All fliegen, haben sechs IGS-Schülerinnen bei ihren Recherchen für einen Film nicht gefunden. Drehbuchschreiberin Julia Hildebrand, die mit ihren Mitstreiterinnen einen niedersachsenweiten Kurzfilmpreis abgeräumt hat: "Wir wollten zeigen, dass Jeder ein Held sein kann, wenn er sich sozial engagiert und Rücksicht auf andere nimmt." Das sei zum Beispiel schon der Fall, wenn die Tasche einer alten Dame getragen oder der Klassenraum gefegt werde. Ein klassischer Super- oder Batman sei eben nicht gefragt. Sechs Interviews sind in dem Film, der eine Länge von etwa vier Minuten hat, zu sehen; alle Altersgruppen sind auf dem Marktplatz, im Stadtpark oder auch bei der Freiwilligen Feuerwehr befragt worden. Die Brandschützer sehen sich übrigens nicht selbst als Held, sie hätten zwar eine spezielle Ausbildung, aber beileibe keine Superkräfte. Ganz normale "Helden von nebenan" eben. Unter 41 Filmen wurde das Werk "Millionen Helden", das auch auf der Internetplattform You Tube zu sehen ist, ausgewählt; jetzt geht's für das Sextett der Nachwuchs-Filmemacher im Februar drei Tage zu den Filmfestspielen nach Berlin, zur Berlinale. Lehrerin Natalie Eckert, die das Werk mit einer glatten eins bewertet hat, ist begeistert vom großen Engagement der sechs Schülerinnen, die auch in ihrer Freizeit viel Zeit und Energie in das Projekt mit den professionellen Interviews gesteckt haben. Und Julia Hildebrand, Annika Peters, Lena Willig, Saskia Sophie Kunz, Sina Grade – sie war für die Comic-Sequenzen im Film verantwortlich – und Jana Maria Ewertowski sind auf den Geschmack gekommen, wollen im kommenden Halbjahr noch eine Arbeit in Angriff nehmen. "Freundschaft bis in den Tod" lautet der Titel; das etwa 15 Minuten lange Stück soll bei der "Niedersächsischen Filmklappe" und "Up and Coming" eingereicht werden. Wie lange das dauern wird, steht trotz der guten technischen Ausstattung noch nicht fest. "Manchmal brauchen wir nur ein bis zwei Anläufe; manchmal ein bisschen länger für die einzelnen Szenen."