Tag der offenen Tür im Klärwerk

Abwasserreinigung im Detail: Toilettenspülung XXL. (Foto: D. Lange)

Gelungene Station im Programm Entdeckertag

Langenhagen (dl). Wer eine Kläranlage bisher nur dann zur Kenntnis genommen hat, wenn es aufgrund der Großwetterlage mal wieder unangenehm riecht, der konnte am Sonntag im Rahmen des Entdeckertags der Region einmal hinter die Kulissen eines solchen Betriebs schauen. Es bedarf schon eines aufwändigen Reinigungsprozesses, bis aus den Abwässern aus Küche und Toilette wieder klares sauberes Wasser wird, und zwar so sauber, dass die solcherart gereinigten Abwässer, die im Fall von Langenhagen in die Wietze abgeleitet werden, die Gewässergüte deutlich verbessern. Noch ein paar Zahlen: Die Anlage wurde im Jahr 1956 gebaut und verarbeitet heute die Abwässer von 80.000 Einwohnern in Langenhagen und Isernhagen, insgesamt circa sechs Millionen Kubikmeter jährlich. Das entspricht einer Jahresabwassermenge von 50 Kubikmetern pro Einwohner. 60 Schmutzwasserpumpwerke transportieren die Abwässer zur Kläranlage, während das Regenwasser mit Hilfe von zehn Pumpwerken direkt in die Gräben abgeleitet wird. Die Abwässer werden aber nicht nur gereinigt, sondern um die im Reinigungsprozess entstehenden Faulgase sinnvoll zu nutzen, dienen sie zur Energieversorgung der Kläranlage. Ein Blockheizkraftwerk mit zwei Kraftkopplungs-Gasmotoren produziert gleichzeitig Strom und Wärme für den eigenen Bedarf der Anlage, circa 4.500 Megawattstunden pro Jahr.
Der Eigenbetrieb Stadtentwässerung, der Betreiber der Kläranlage ist, hat einiges aufgefahren, um die Besucher umfassend über die Aufgaben zu informieren. Fast 400 Kilometer Regen- und Schmutzwasserkanäle, die in Langenhagen getrennt ausgeführt sind, müssen die 57 Mitarbeiter der Stadtentwässerung mit dem Einsatz modernster Technik Instand- und funktionsfähig halten. Die Wasserkanäle werden dazu mit speziellen Kameras gefilmt und bei Bedarf mittels Hochdruckspülung gereinigt. Das und noch vieles mehr konnten die Besucher hautnah erfahren. Während sich die Erwachsenen über Themen wie Regen- und Schmutzwasserkanäle, Straßenreinigung oder Grabenunterhaltung informierten und fragten, wo denn das Zeug bleibt, das wir täglich in der Toilette runter spülen, nutzten die Kinder die Gelegenheit, den beeindruckenden Fuhrpark der Stadtentwässerung einmal näher zu untersuchen. Wer sich dagegen lieber künstlerisch ausdrücken wollte, durfte einen Besen bemalen und diesen anschließend auch mit nach Hause nehmen.