Taschkent, Buchara und Samarkand

Wilhelm und Gisela Eike berichteten aus Usbekistan

Engelbostel. "Auf der berühmten Seidenstraße durch Usbekistan", so lautete die Veranstaltung des SPD-Ortsvereins, zu der Wilhelm und Gisela Eike in das Dorfgemeinschaftshaus eingeladen hatten. 30 Besucher folgten der Einladung und waren von dem Vortrag begeistert. Kaum einer hatte sich Usbekistan so vorgestellt. In einem Bildbericht zeigte Ehepaar Eike die Stationen ihrer Reise auf der alten Handelsstraße zwischen China und dem Abendland, auf der die begehrte Handelsware Seide transportiert wurde: Taschkent, Buchara, Samarkand und zurück nach Taschkent; hier ein Auszug aus dem Vortrag: "Taschkent, die Hauptstadt von Usbekistan, wurde 200 Jahre v. Chr. gegründet. Taschkent war immer ein wichtiger internationaler Handelsstützpunkt. Leider ist nur ein kleiner Teil des architektonischen Erbes erhalten, eine Folge von Zerstörungen vieler religiöser und historischer Bauwerke während der Oktoberrevolution 1917 und einem verheerenden Erdbeben im Jahre 1966. Heute ist Taschkent eine moderne Großstadt mit Hochhäusern, vielen Museen der usbekischen und vorusbekischen Kultur, traditionellen Einkaufsmärkten mit Gewürzen, Süßigkeiten und Stoffen, mit breiten Straßen und großen U-Bahn-netzen. Aber auch noch mit Schlaglöchern und abenteuerlichen Strommasten mit freihängenden Kabeln.
Buchara, die Heilige Stadt, ist eine der ältesten Städte Usbekistans. Sie war einst Handelsmetropole und berühmt für ihre vielen Karawansereien, Unterkünfte, in denen die Händler mit ihren Kamelen unterkamen. In Buchara konnte man damals alles finden, die Russen brachten Geschirr und Textilien, die Inder den Tee und aus China kam die Seide. Gehandelt wurde in den überdachten Basaren, die auch heute noch ihre Bedeutung haben und dafür genutzt werden. Teppichliebhabern ist die Stadt von jeher ein Begriff: Buchara Teppiche, gefertigt aus Kamelhaar und mit abstrakten Mustern. Buchara war einst Zentrum der islamischen Lehre und in der gesamten islamischen Welt berühmt . Es entstanden 350 Moscheen und 100 islamische Hochschulen. Auch hat man ärztliche und astronomische Kenntnisse entwickelt, die bis in die heutige Zeit von Bedeutung sind. Heute ist Buchara eine sehenswerte Museumsstadt mit der berühmten Kosh-Medrese (eine Koranschule) und dem Samaniden Mausoleum, diese Bauwerke haben über die Jahrhunderte nichts von ihrer Faszination eingebüßt.
Samarkand ist die zweitgrößte Stadt Usbekistans und hat viel erleiden müssen: durch Alexander den Großen, die arabische Eroberung und die Eroberung durch Dschinghis-Khan. Mit diesen Eroberungen ging auch eine Entwicklung der Kultur daher, eine Mischung von iranischen, indischen, mongolischen und ein wenig der westlichen und östlichen Kultur. Die Stadt übte durch ihre Schönheit schon immer einen magischen Reiz aus. Man muss ab und an die Augen schließen, der Anblick der tausend grün-blau gemusterten Kacheln an den Fassaden der Bibi Khanum Moschee in Samarkand ist einfach überwältigend.
Mit ihrer 41 Meter hohen Kuppel gehörte sie einst zu den größten der islamischen Welt. Obwohl nur wenige Gläubige die Mausoleen und Moscheen besuchen, um darin zu beten, sind diese Bauwerke in einem ausgezeichneten Zustand. Die Russen erkannten während ihrer Regierungszeit deren Wert und restaurierten sorgfältig. Mit vielen Eindrücken, die man nicht in Bildern wiedergeben kann, flogen wir nach Hause."