Tausend rote Hände mahnen

Rote Handabdrücke zum Zeichen des Protests gegen die Rekrutierung von Kindersoldaten setzen Marco Brunotte (von links) gemeinsam mit den Schülern Lennert, Kevin und Phillip und Schulleiter Timo Heiken (hinten). (Foto: G. Gosewisch)

IGS-Schüler unterstützen „Terres des Hommes“

Langenhagen (gg). Mit dem Thema „Kinder in der Welt“ haben sich IGS-Schüler des sechsten Jahrgangs in der Projektwoche beschäftigt und eine besondere Aktion daraus entwickelt: Sie schlossen sich dem sogenannten „Red Hands Day“ der Menschenrechtsorganisation „Terres des Hommes“ an. Weltweit werden rote Handabdrücke gesammelt, die von Kindern auf Papier gedruckt und an Regierungsvertreter überreicht werden, um auf das Unrecht aufrecht zu machen, das Kindersoldaten widerfährt. Nachdem sich die Schüler über die Ursachen und das Ausmaß der Kindesmisshandlungen informiert haben, erstellten sie Plakate zur Information ihrer Mitschüler. Sie warben um Unterstützung und das sichtbare Zeichen, die rote Hand auf Papier, zu setzen. Auf diese Weise sind in nur wenigen Tagen eintausend Blatt Papier bedruckt worden. „Die Schüler haben untereinander über das Thema viel gesprochen, das ist entscheidend“, lobte Schulleiter Timo Heiken beim Abschluss der Aktion in der Aula. Jahrgangsleiterin Imke Roggemann, Lehrerin in den Fächern Gesellschaftskunde und Mathematik, begleitete die Aktion. „Dass die Sechstklässler auch ältere Schüler ansprachen und für die Aktion warben, war beachtlich“, sagte sie. Marco Brunotte war zu Gast, weil er in seiner Funktion als AWO-Vorsitzender des Bezirksverbands Hannover zugesagt hatte, die gesammelten Protest-Zeichen an Vertreter der Bundesregierung zu übermitteln. Verbunden sind die Forderungen: Stopp der Waffenexporte und internationales Recht zur Rekrutierung erst ab 18 Jahre. „Das Thema Kinderrechte ist auch in Deutschland wichtig“, sagte Marco Brunotte. Er wies auf eine Neuerung bei der Bundeswehr hin: „Das Mindestalter beträgt 16 Jahre. Rund 2.000 Bundeswehrangehörige sind unter 18 Jahre alt. Das sollte man wissen, wenn man Kritik an anderen Nationen formuliert.“ Überzeugt sei er, dass Kinderrechte im deutschen Grundgesetz formuliert sein sollten. Marco Brunotte lobt das Engagement der Schüler, erinnerte sich an seine eigene Schulzeit an der IGS: „Der gesellschaftliche Anspruch hier ist hoch.“