Technik für Schulbusse nicht geeignet?

Fahrer ließ Neunjährige in Krähenwinkel nicht aussteigen

Krähenwinkel (ok). Nicht der böse Wille des Busfahrers sei schuld daran, dass eine neunjährige Grundschülerin nicht an der gewünschten Haltestelle aussteigen konnte, sondern die Technik des eingesetzten Busses. Das Mädchen ist am Donnerstag um 7.36 Uhr mit der Buslinie von Hainhaus in Richtung Langenhagen gefahren, wollte an der Haltestelle Eichstraße aussteigen. Vergeblich. Der Busfahrer habe nur die vordere Tür des Gelenkbusses geöffnet. Lautes Rufen und wiederholtes Drücken auf den Knopf half nichts, im überfüllten Bus konnte das Mädchen nach Angaben der Mutter auch nicht nach vorn gehen. Das Ende vom Lied: Der Busfahrer hielt erst wieder an der Bahnhofstraße. Das Mädchen musste mit zwei Mitschülern die etwa 1,5 Kilometer zur Grundschule in Krähenwinkel zurücklaufen. Die Folge: eine 30-minütige Verspätung und eine Klassenarbeit in der ersten Stunde nach dem Stress. Noch nach der Schule sei sie ganz aufgelöst gewesen. Soweit habe sie noch nie zurücklaufen müssen. „Die Haltestelle Eichstraße soll ja ein Zwangshalt dieser Buslinie sein. Das nützt aber nichts, wenn der Bus nicht hält“, sagt die wütende Mutter. Üstra-Sprecher Udo Iwannek bedauert, eine schriftliche Entschuldigung verbunden mit einem kleinen Geschenk wird natürlich folgen. Zur Erklärung: Das Problem liege darin, dass die dritte Tür vom Busfahrer nicht manuell geöffnet, sondern nur freigegeben werden könne. Die Türen können nur durch Taster links und rechts von innen geöffnet werden. Nach Schilderung des Fahrers hat er an der Eichstraße gehalten, die Türen freigegeben und vorne geöffnet. An Tür drei sei niemand ausgestiegen, das „Wagen hält“-Signal wurde gelöscht und der Bus fuhr ab. Erst in Höhe Reuterdamm kurz nach der Haltestelle sei wieder „Wagen hält“ signalisiert worden und dem Fahrer zugerufen, dass noch Kinder den Bus verlassen wollten. Er hielt darauf hin an der Haltestelle Bahnhofstraße, öffnete vorne und gab die anderen Türen frei. Tür drei öffnete sich, und drei Kinder stiegen aus.
Udo Iwannek: „Wir lassen prüfen, ob sich die Türöffnung bei diesem Bustyp für den Fahrer so verändern lässt, dass er auch die dritte Tür manuell öffnet, unabhängig davon, ob jemand den entsprechenden Taster bedient, und wir wollen die Schüler über die Türbedienung informieren, eventuell gemeinsam mit den betroffenen Schulen.“Das technische Problem hat Mutter Nicola Trapp durchaus verstanden. Nicht verstehen kann sie allerdings warum er drei Haltestellen braucht, bis er wieder anhält. Ihre Tochter Henriette hat die ganze Zeit panisch den Halteknopf gedrückt und der Fahrer hält erst nach mündlicher Aufforderung anderer Fahrgäste? Solch eine Technik hat ihrer Auffassung nach in einem „knallvollen Schulbus“ nichts zu suchen.