Technische Leistung und Brandbekämpfung geübt

Ein schwerer Autounfall war als Übungsszenario in Nienburg aufgebaut. (Foto: S. Janz)
 
Im Brandhaus auf dem Standortübungsplatz testeten die Einsatzkräfte ein Impulslöschverfahren. (Foto: S. Janz)

Ortsfeuerwehr absolvierte vielfältiges Tagesseminar

Engelbostel. Zu einem seit langer Zeit geplanten Tagesseminar ist die Ortsfeuerwehr Engelbostel nun in den Nachbarlandkreis Nienburg gereist. Der dortige Standortübungsplatz der Bundeswehr wurde für einen Tag zu einem Übungsplatz für die technische Hilfeleistung sowie Brandbekämpfung. Was die Feuerwehrkameraden aus Engelbostel aber nicht wussten: Schon während der Anfahrt gab es einen Alarm - ein Übungsfall, kurz nach dem Überschreiten der Landesgrenze nach Nienburg erreichte die Einsatzkräfte aus Engelbostel eine Alarmierung durch die Leitstelle Nienburg. Das Übungsszenario: Ein schwerer Verkehrsunfall mit zwei eingeklemmten Personen hat sich auf dem Stoppelring in dem Ortsteil Langendamm im Landkreis Nienburg ereignet. Die Ortsfeuerwehr Engelbostel wurde zur Unterstützung mit ihren Fahrzeugen alarmiert. Die Ortsfeuerwehr Langendamm sowie zwei Rettungswagen und ein Notarztwagen sind mit dazu alarmiert worden. An der Einsatzstelle angekommen, stellte die Ortsbrandmeisterin Ute Hiensch, schnell fest, dass es sich um zwei eingeklemmte Personen in verschiedenen Fahrzeugen handelte: Ein PKW im Graben mit zwei Insassen sowie ein Fahrzeug, was durch den Aufprall auf die Seite geschleudert wurde mit einer eingeklemmten Person. Ein Streifenwagen der Polizei Nienburg, der ebenfalls an der Übung teilgenommen hat, sperrte die Unfallstelle weiträumig ab. Durch das Deutsche Rote Kreuz aus Landesbergen und Nienburg wurden die verletzten Personen unter realistischen Bedingungen behandelt und abtransportiert.
Um die Verletzungsmuster sehr realistisch darstellen zu können wurden am morgen vier Rollenspieler professionell durch die Realistische Unfalldarstellung (RUD) Nienburg geschminkt und in den Fahrzeugen positioniert. Nachdem das erste Übungsszenario mit einem guten Ergebnis abgearbeitet war, ging es weiter für alle Übungsbeteiligten in eine dreistündige Stationsausbildung. In der ersten Station konnten die Atemschutzgeräteträger unter realistischen Bedingungen in einem Brandhaus das Vorgehen bei beispielsweise einem Wohnungsbrand üben.
Bei der zweiten Station wurde durch die Ortsfeuerwehr Langendamm ein Löschsystem vorgestellt was nach dem Impulslöschverfahren arbeitet. Und somit in der Praxis zu geringeren Wasserschäden führt.
Die dritte Station wurde durch die Gruppenführer aus Engelbostel vorbereitet und durchgeführt wo den Feuerwehrkameraden Einsatztaktiken sowie Vorgehensweisen bei Brandobjekten beigebracht wurden, welche dann auch gleich durch praktische Übung gefestigt wurden. Nach den erfolgreichen Ausbildungen des Tages konnten die Feuerwehrangehörigen ihr neues Wissen direkt bei einer abschließenden Zugübung abrufen und in der Praxis anwenden.
Vermutet wurde in einem der dortigen Brandhäuser eine unklare Rauchentwicklung sowie drei vermisste Personen. Insgesamt mussten sich vier Atemschutztrupps durch das stark verqualmte Gebäude auf die Suche nach den vermissten Personen machen, sowie den Brandherd im Keller bekämpfen.
Ausbildungsleiter Stefan Janz, der das Tagesseminar über Monate mit Kameraden aus anderen Hilfsorganistationen des Nachbar Landkreises ausgearbeitet hat, ist sehr zufrieden mit der Leistung: „Die Zusammenarbeit mit den externen Kräften und die Motivation der Teilnehmer war vorbildlich und ich hätte es mir nicht besser wünschen können, dieser Tag war ein voller Erfolg.“. Insgesamt waren 49 Personen von Feuerwehr, Rettungsdienst, Polizei und dem Unfalldarstellerteam an dem Tagesseminar beteiligt.