Technisches wird seltener gewählt

Kawa Ezzat Jeyo (von links) und Maik Konopka haben im Praktikum den Beruf Groß- und EInzelhandelskaufmann kennengelernt. André Kuhlmann hat in der Emmausgemeinde erfahren, wie Sozialassistenten arbeiten. (Foto: G. Gosewisch)

Markt der Berufe an der Robert-Koch-Realschule

Langenhagen (gg). Es ist in jedem Jahr ein festes Ritual und eine Großveranstaltung: Rund 120 Jungen und Mädchen aus den neunten Klassen der Robert-Koch-Realschule (RKS) präsentieren ihr Praktikum, das sie zuvor absolviert haben. Dafür bauen sie kleine Marktstände in der Pausenhalle auf und gestalten, insbesondere für die jüngeren Schüler, einen Markt der Berufe. Ein Kurzvortrag zu ihren Erfahrungen im jeweiligen Praktikum rundet die Präsentation ab. „Mit Begeisterung und Ehrgeiz haben die Schüler ihre Marktstände gestaltet. Dies ist immer der krönende Abschluss der Praktika und zugleich wird dies auch von den Lehrern bewertet“, erklärt Simon Franke, Fachbereichskonferenzleiter Arbeit-Wirtschaft-Technik. Die Aktion ist eingebunden in den Lehrplan und wird vielfältig flankiert. Zudem sind Berufsberater der Arbeitsagentur vor Ort, um Fragen rund um Beruf und Bewerbung beantworten zu können. Berufsorientierung fällt nicht allen Schülern leicht. Simon Franke hat die Erfahrung gemacht, dass in jedem neunten Jahrgang die Spanne zwischen Zielstrebigkeit und Unentschlossenheit sehr groß ist. „Manche wissen schon ganz genau, was sie wollen und haben sich selbstständig und frühzeitig einen Praktikumsplatz gesucht. Einige haben keine Idee und wissen noch nicht, wofür sie sich interessieren. Bei der Orientierung helfen wir gerne, aber die eigentliche Bewerbung um einen konkreten Platz muss alleine bewältigt werden“, erklärt Simon Franke. Auch Elternhilfe sei tabu. „Wir wissen, dass Arbeitgeber sehr ablehnend reagieren, wenn Mutter oder Vater per Telefon für ihr Kind nach einem Praktikumsplatz fragt“, ergänzt er. An der RKS wird mit der Wahl eines Unterrichtsprofils ein Vertiefungsfach festgelegt. Dazu gehören die Themenbereiche „Gesundheit und Soziales“, Technik, Wirtschaft und Sprachen. Simon Franke hat beobachtet: „Diese Themen spiegeln sich in Berufsfeldern. Gesundheit und Soziales sind am stärksten vertreten. Technische Berufe werden immer seltener gewählt.“