Teegenuss aus fernen Ländern

Die Teilnehmer der Teeverkostung ließen sich von Tee-Sommelière Tanja Gmelin (hinten) in die Geheimnisse der optimalen Teezubereitung einweihen. (Foto: C. Wurm)

Quartierstreff Wiesenau: Abend für Teeliebhaber

Langenhagen (cow). Fast wie bei einer traditionellen chinesischen Teezeremonie konnten sich die Teilnehmer bei der Veranstaltung Teekünste im Quartierstreff Wiesenau fühlen. Die KSG lud im Rahmen ihrer Veranstaltungsreihe in den neuen Räumen zu einer gemütlichen Teeverkostung, bei der die Tee-Sommelière Tanja Gmelin viel Wissenswertes und praktische Tipps rund um das beliebte Heißgetränk Tee Preis gab.
Teetrinkerin Gmelin entschied sich vor drei Jahren dazu eine Ausbildung bei der IHK Köln-Bonn zur Tee-Sommelière zu absolvieren und machte damit ihre Leidenschaft zum Beruf, womit sie zu einer von rund 250 Teespezialisten in Deutschland geworden ist.
Ihre Gäste nimmt Gmelin bei der Verkostung für Geist und Gaumen auf eine Reise durch die Teegeschichte, angefangen bei den chinesischen Ursprüngen vor über 5.000 Jahren mit einer der ältesten Teesorten, dem Tuo-Cha (Presstee), bis hin zu den beliebten Trendsorten wie Roibusch, die erst in den letzten beiden Jahrzehnten populär wurden. „Tee hat Weltgeschichte geschrieben“, sagt die 41-Jährige, die zwischen den Teeproben immer wieder historische Zusammenhänge und Anekdoten über die Geschichte des Tees in die Runde einbrachte.
Zwischen zwei und drei Litern Tee trinkt Gmelin jeden Tag. Am liebsten trinkt sie selbst Oolong Tee aus Taiwan. Als gelernte Teekennerin vertritt sie eine klare Position: „Bei mir gibt es keinen Tee in Beuteln. Der Tee muss frei sein und schwimmen.“ Bei der korrekten Teezubereitung komme es vor allem auf fünf wesentliche Dinge an: Die Auswahl des richtigen Tees, die Menge, die Ziehzeit, das Wasser (möglichst wenig Kalzium) und die Temperatur. Die Komponenten sollten sorgsam ausgewählt werden, damit das Trinken auch zu einem wahren Genuss werden könne. Wichtig sei zudem, den Tee nicht warm zu halten und sich für die optimale Zubereitung eine zweite Teekanne mit Sieb zu gönnen. Es müsse Luft an den Tee, empfiehlt die Teekennerin. An eine Thermoskanne sei für Tee daher nicht mehr zu denken.
Tee ist aber nicht nur Genuss für den Gaumen, sondern hat als Teil der traditionellen chinesischen Medizin auch heilende Wirkungen. So lassen sich die Teeblätter nach dem Aufbrühen auch als Augenmaske verwenden. Für die Kaffeetrinker gibt es mit Fancy White Peony (Weißer Tee) eine Alternative im Angebot. Weißer Tee enthält viel Teein, das ähnlich wie Koffein als Wachmacher gilt, jedoch tritt eine Wirkung verlangsamter und schwächer ein, hält dafür aber einen längeren Zeitraum an als beim Kaffeetrinken. Eine Geschmacksprobe vom klassischen Ostfriesentee mit Kandis und einem Schuss Sahne aus heimischen Gefilden durfte bei den vielen Teemythen und Geschichten aus den Ursprungsländern natürlich nicht fehlen.
Der Quartierstreff in Wiesenau steht allen interessierten, umliegenden Bewohnern offen und bietet ein abwechslungsreiches Veranstaltungsprogramm an. Claudia Koch, Quartiersmanagement-Leitung, betreut den im Oktober eröffneten Nachbarschaftstreff: „Wir machen jetzt erste Testläufe und nehmen die Wünsche der Mieter auf.“ Teeparty-Teilnehmerin Ellruth Klatt, die Anfang des Jahres in ihre neue Wohnungen zog, findet es praktisch, diesen Anlaufpunkt in ihrer unmittelbaren Nähe zu haben: „Der Treffpunkt ist eine gute Sache. Da ich beruflich sehr eingespannt bin, kann ich abends zu den Veranstaltungen gehen.“