Teetafel, Krintstuut und Botter

Die Reisegruppe vor einem Bild eines der sieben AIDA-Kreuzfahrtschiffe aufgestellt, die alle in der Meyer-Werft gebaut wurden.

Jahresfahrt der Ü50 des SCL nach Ostfriesland

Langenhagen. Die Fußballsenioren des SCL steuerten in diesem Jahr über Himmelfahrt für ihre viertägige Abschlussfahrt den äußersten Nordwesten an. Diesmal ging die von Helga und Fritz Rohn organisierte Fahrt nach Leer, Emden und Papenburg. Begrüßt wurde die Gruppe mit einem ortsüblichen „Moin“ im Ostfriesenhof in Leer, das als „Tor nach Ostfriesland“ gilt. In der dünn besiedelten Region Ostfrieslands dominiert keine größere Stadt, sondern Mittelstädte, Kleinstädte und eine Vielzahl von Dörfern bestimmen die Struktur dieser Gegend. Die Region war über Jahrhunderte von der Landwirtschaft, der Fischerei und in den Städten vom Handel geprägt; in den Hafenstädten vom Seehandel.
Beim ersten „Klönsnack“ mit Teetafel, Krintstuut und Botter, danach einer Altstadt- und Rathausführung waren einige überraschende Informationen dabei, so die Feststellung, dass Leer noch heute nach Hamburg die zweitgrößte Reedereidichte Deutschlands besitzt. Einige der Reedereibetriebe konnten bei einer kleinen Hafenrundfahrt bestaunt werden.
Natürlich lockten die traditionellen „Matjestage von Emden“, die alljährlich über Himmelfahrt, in diesem Jahr zum 25.Mal, stattfanden. Sie begründen sich auf eine 450 Jahre lange Tradition der Emder Heringsfischerei. 1969 wurde die ostfriesische Heringsfischerei nach Bremerhafen verlagert. Das „Matjesfest“ soll an die alte Tradition erinnern. Viele Traditionsschiffe aus dem In- und Ausland hatten im Binnenhafen festgemacht und brachten den Hauch einer längst vergangenen Seefahrerromantik in die Stadt zurück.
Bekannt ist Emden als Geburtsort der Komiker „Otto“ und „Karl Dall“. Durch ihr Wirken haben sie den sprichwörtlichen Ostfriesenwitz geprägt. Otto hat seiner Heimatstadt durch Filme und Musikalben zu größerer Bekanntschaft verholfen. Emden dankte dem berühmten Komiker mit einem eigenen Haus, dem „Otto-Huus“. Es ist eine Rarität: ein Museum, in dem man lachen kann. Des Weiteren standen im Programm: das Ostfriesische Landesmuseum, die Emdener Kunsthalle (Nannen-Museum) und eine Rathausausstellung “Als der Käfer nach Emden kam“. Bei herrlichstem Wetter begann schließlich der gemütliche Teil bei Matjes und Shanty-Musik.
Eine große Leda-Ems-Schiffsfahrt am Sonnabend rundete die Eindrücke der Stadtführungen von Leer und Emden von der Wasserseite her ab.
Auf der Rückfahrt wurde die Besichtigung der Meyer-Werft in Papenburg im Emsland zum Highlight. Papenburg ist die Heimat der Kreuzfahrtschiffe. Die Meyer-Werft wurde 1795 gegründet und befindet sich bereits in sechster Generation im Besitz der Familie Meyer. Modernste Technik, innovative Ideen und über zweihundert Jahre Erfahrung im Schiffbau machen die Meyer-Werft zur erfolgreichsten Werft der Welt. Das kurz vor der Fertigstellung stehende Kreuzfahrtschiff „Quantum oft the Seas“ der Royal Caribbean International ist mit knapp 170000 BRZ, 348 Metern Länge, 41 Metern Breite das größte jemals in Deutschland gebaute Passagierschiff. Großes Interesse fand natürlich die Ausdockung eines Segmentes (120 Meter) des Folgeschiffes „Anthem oft he Seas“ während der Führung durch die Riesenhalle der Meyer-Werft.