Test bestanden?

Mit humorigen Texten und schrägen Schüttelreimen in Verbindung mit fetziger Musik begeisterte das Trio Wolfgang & die High Nees das Vorpremierenpublikum. (Foto: D. Lange)

Fazit der Vorpremiere im neuen Theatersaal

Langenhagen (dl). Gut zwei Millionen Euro hat er gekostet, der frisch sanierte Theatersaal. Am Freitag wurde er im Rahmen einer Vorpremiere einem ersten Test unter realen Bedingungen mit Publikum unterzogen. Darunter viele ehrenamtliche Helfer aus Langenhagen, die sich in veschiedenen Bereichen wie der Flüchtlingshilfe, in sozialen Einrichtungen oder im Sport engagieren. Um sich auf diesem Weg bei ihnen für ihr Engagement zu bedanken, lud die Stadt sie zur ersten Show der Renovierung ein. In ihrer Eröffnungsrede zu Beginn des Bühnenprogramms bedankte sich die erste Stadträtin Monika Gotzes-Karrasch aber auch bei den ehrenamtlichen Mitgliedern des Vereins Klangbüchse, der seit 1981 das Kabarett- und Kleinkunstfestival Mimuse veranstaltet. Andrea Hesse und Dirk Lange nahmen deshalb stellvertetend für jedes Mitglied des Vereins ein Glas Langenhagen Honig in Empfang. Für eine Zuschauerbefragung zum neuen Theatersaal erhielten die geladenen Besucher am Eingang einen kleinen Fragebogen, auf dem sie ihre ganz persönlichen Eindrücke vom neuen Saal zum Ausdruck bringen sollte. Gefragt wurde nach ihrer Meinung zur Akustik, zu der Bestuhlung und den damit verbundenen Sitz- und Sichtverhältnissen sowie ganz allgemein zur Gestaltung des Saals, so wie er sich jetzt präsentiert. In ersten kurzen Gesprächen mit einigen der Zuschauer aber wurden bereits einige der neuralgischen Punkte deutlich. Die Akustik, aber auch die Sitzverhältnisse und vor allem die sanitären Einrichtungen wurden von den Gästen ausdrücklich gelobt. Die neue Bestuhlung im Saal erlaubt jetzt sehr viel mehr Beinfreiheit als vorher. Außerdem wurde in eine möglichst lückenlose Barrierefreiheit investiert. Ein Leitsystem für stark sehbehinderte Zuschauer zählt zu den umfangreichen inklusiven Maßnahmen wie auch ein Akustiksystem für Menschen mit Hörgerät und von den nunmehr 590 zur Verfügung stehenden Plätze sind zehn für Rollstuhlfahrer reserviert, die zudem auf einer neugestalteten Rampe mit Handlauf und Halteplätzen jetzt sehr viel besser als bisher das Foyer erreichen können. Doch wie so häufig, liegen Licht und Schatten nah beieinander. Die geriffelten Bodenleitelemente aus chromglänzendem Aluminium wollen in das Ambiente eines Theatersaals nicht so recht passen. Vielfach bemängelt wurden auch die Sichtverhältnisse im Parkett aufgrund der parallelen Sitzreihenanordnung. Wer einen großen Vordermann hat, wird ständig versucht sein, links oder rechts daran vorbei zu schauen. Was im Prinzip dann für alle gilt, außer für die erst Reihe. Graviernder noch stellt sich die Situation auf dem Seitenbalkon dar. Durch die hohe Balustrade – aus Sicherheitsgründen mit einer Höhe von 1,10 Meter – hat der Besucher auf den meisten Plätzen bestenfalls lediglich die linke Bühnenhälfte im Blick. „Wahrscheinlich werden die Leute dann vorne an der Brüstung stehen“, vermutet Udo Püschel, der die Mimuse seinerzeit ins Leben gerufen hatte. Bedauerlich findet Püschel die farbliche Gestaltung des Saals, „der jeglichen Charme verloren hat. Der rote Teppichboden ist zwar unpraktisch gewesen, aber man hatte schon beim Betreten des Saals eine freundliche Einstimmung auf das Kommende.“
Passend zur Modernisierung des Theatersaals hat die Stadt zugleich auch ein neues Logo gestalten lassen, das beide Elemente miteinander vereint: Das gültige Corporate Design der Stadt Langenhagen mit dem Schriftzug des Theatersaals.