Tolles Weihnachtskonzert mit Ernst Müller

Mehr als 500 Besucher verfolgten die Musik von Ernst Müller mit seinen Langenhagener Symphonikern beim Weihnachtskonzert im CCL. Foto: K. Raap

Erinnerungen an Klaus Rosenzweig und Ernst Albrecht

Langenhagen (kr). Alle verfügbaren Sitze waren schon lange vor Veranstaltungsbeginn besetzt, Besucherschlangen formierten sich auf den Rolltreppen, Zweier- und Dreierreihen bildeten sich im Obergeschoss an der Brüstung rund um den „Konzertsaal“ zur ebenen Erde. Die Rede ist vom nun schon 20. Advents- und Weihnachtskonzert von Ernst Müller, diesmal wieder mit den Langenhagener Symphonikern im Ostteil des City Centers. Es ist schon ein jahrzehntelanges Phänomen, wie der Langenhagener Musikdirektor seine unzähligen Fans mobilisiert. Scheinbar schlafwandlerisch trifft er den Geschmack des Publikums. Die Auswahl der Musiktitel stimmt, und die Musiker liefern immer wieder überzeugende Leistungen ab. Und in diesem Punkt ist er absolut akribisch. Natürlich ist er stolz, wenn die Musikfreunde in Scharen kommen, aber bei Patzern im Orchester, auch wenn sie kaum hörbar sind für das Publikum, kann er durchaus ein wenig ungehalten werden. Und ihm hilft dann auch immer seine Selbstkritik als Grundstein für weitere Leistungssteigerungen. Diesmal war Ernst Müller nach dem Konzert hochzufrieden und entspannt wie lange nicht mehr. „Ich glaube, dass das heute mein schönstes Weihnachtskonzert war“, betonte er in einem Gespräch mit dem Langenhagener ECHO, „das Orchester überzeugte vom ersten bis zum letzten Ton und hielt die Spannung ganz hoch bis zum Schlussakkord.“ Das spürten auch die Besucherinnen und Besucher, die entsprechend applaudierten. Das Programm beinhaltete natürlich einige der schönsten Weihnachtslieder, dazu Melodien von Lehar, Händel und Wagner. Besonders eindrucksvoll interpretiert wurden die berühmte Komposition „Ave Maria“ von Charles Gounod, der ein Stück von Bach zugrunde liegt, und Bert Kaempferts Erfolgshit „Dankeschön“. Als Solisten überzeugten an diesem Nachmittag Altsaxophonist Martin Williams und auch Geiger Charly Neumann. Durch das Programm führte überzeugend Detlef Leonenko, im Orchester auch mit der Querflöte aktiv.
Mit eindrucksvollen Worten würdigte Ernst Müller zum Auftakt der Veranstaltung zwei Persönlichkeiten, denen er auf sehr unterschiedliche Art nahestand. Mit dem im August dieses Jahres verstorbenen unvergessenen Stadtdirektor Klaus Rosenzweig verband ihn eine jahrelange Freundschaft. Rosenzweig hatte unzählige Konzerte des Blasorchesters moderiert, immer äußerst akribisch vorbereitet, und die Musiker auch auf Konzertreisen begleitet. Den jetzt verstorbenen ehemaligen niedersächsischen Ministerpräsidenten lernte Müller 1984 kennen, als der kurz zuvor die erste Vereinbarung über eine partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen einem Land der Bundesrepublik und einer Provinz der Volksrepublik China unterschrieben hatte, und zwar mit Anhui, wo rund 66 Millionen Einwohner lebten. Und Ernst Albrecht machte es möglich, dass Ernst Müller bereits zwei Jahre später eine Konzertreise nach China mit Schwerpunkt Anhui unternehmen konnte. Es war der erste und sehr erfolgreiche Besuch eines deutschen Orchesters in dieser Provinz.