Triathletin erhielt ihre Trophäen zurück

Freude pur bei Bärbel Stielow, als sie die beiden gestohlenen Siegestrophäen wieder in ihrem Besitz wusste. (Foto: Foto: K. Raap)

Bärbel Stielow zum 3. Mal für WM qualifiziert

Langenhagen (kr). Ein weiterer toller sportlicher Erfolg für die Triathletin Bärbel Stielow vom Sport-Club Langenhagen: Zum dritten Mal schaffte sie die Qualifikation für eine Weltmeisterschaft. Nachdem sie bereits 2010 in Florida den Sprung unter die Weltbesten geschafft hatte, wiederholte sie dieses Kunststück im vergangenen Jahr, als sie sich in Südafrika hervorragend platziert hatte und dann zur WM nach Kanada fliegen durfte. Zu einer Weltmeisterschaft kann man sich natürlich nicht so einfach anmelden, man kommt um knochenharte Wettbewerbe, die international ausgeschrieben werden, nicht herum. Und es ebnet fast überall nur ein ersten Platz den Weg zur WM-Teilnahmen. Diesmal hatte sich die Langenhagenerin für Gdynia als Austragungsort entschieden. Die hübsche Hafenstadt liegt in der Danziger Bucht und hat bereits Triathlon-Tradition. Dabei handelt es sich um einen „Ironman 70.3“-Wettkampf. Bärbel Stielow musste 1,9 Kilometer Schwimmen in dem Rechteckkurs in der Bucht absolvieren, 90 Kilometer Rad auf einer Wendepunktstrecke und 21,1 Kilometer Laufen auf dem Rundkurs. Addiert man diese Strecke ergibt das 113 Kilometer, und die entspricht genau 70,3 Meilen. Und mit ihrem 1. Platz in ihrer Altersklasse 60 bis 64 hatte sie die Teilnahme an der Weltmeisterschaft perfekt gemacht. Jetzt geht es 2016 an die Sunshine Coast in Australien, wo eine Bilderbuchlandschaft auf sie wartet. Die Region im Bundesstaat Queensland am Pazifik gilt bereits jetzt als Magnet für Triathleten aus der ganzen Welt.
Warm gemacht für Gdynia hatte sich Bärbel Stielow mit der Teilnahme an der Landesmeisterschaft in Braunschweig, wo sie für den Sprint gemeldet hatte und in ihrer Altersklasse im Ziel erneut vorn lag. Ihr wöchentlicher Trainingsplan umfasste zuletzt sechs Kilometer Schwimmen, 230 Kilometer auf dem Rad und 48 Kilometer Laufen und regelmäßiges Krafttraining. Ein Traum hat das Energiebündel allerdings noch nicht ausgeträumt; die Teilnahme am Ironman im nächsten Jahr auf Hawaii: Das würde allerdings die doppelte Distanz bedeuten: 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und 42,2 Kilometer Laufen. Sollte sie dafür die Qualifikation schaffen, würde sie auf die WM in Australien verzichten.
So richtig freuen kann sich Bärbel Stielow über ihren Sieg in Polen erst seit wenigen Tagen. Auf dem Wochenmarkt in Langenhagen, wo sie wiederholt für den SCL in Sachen Werbung aktiv einen Stand betreute, hatte man ihren Rucksack gestohlen, der ihre Siegestrophäen aus Polen enthielt. Jetzt erhielt sie ihre Medaille und ihren Pokal zurück und konnte ihr Glück kaum fassen. Die hannoversche Polizei hatte eine Wohnung eines Verdächtigen observiert und war dort auf eine Fülle von Beuteln und Rucksäcken gestoßen. Bärbel Stielows Rucksack konnte zunächst nicht identifiziert werden, da er leer war und von der Geldbörse samt Papieren jegliche Spur fehlte. Als ein Polizeibeamter die herrenlos in einer Zimmerecke liegenden Siegestrophäen entdeckte und sie einer Kollegin zeigte, war das Rätsel schnell gelöst. Denn bei dieser Kollegin handelte es sich um die Triathletin Karina Kelteritzsch, die jetzt für Hannover 96 und früher als Teamkollegin von Bärbel Stielow beim SCL gewirkt hatte. Sie erkannt dann aufgrund des Markennamens auf dem Rucksack, dass dieser ihrer ehemaligen Mannschaftskameradin gehörte. Die Trophäen konnte sie so schnell zuordnen. Freude pur bei der Langenhagener Triathletin über diese glücklichen Zufälle, zumal auch 24 vermisste alte Familienfotos in der Wohnung gefunden wurden.