Triathlon-WM souverän gemeistert

Sie kämpfte in Kanada wie eine Löwin: Bärbel Stielow mit ihrer Medaille vor Langenhagens Wappentier im SCL-Stadion. Foto: K. Raap

Bärbel Stielow vom SCL kam rundum glücklich aus Kanada zurück

Langenhagen (kr). „Das war für mich ein ganz toller Wettkampf in einem wunderschönen Land“, das betonte Bärbel Stielow nach der Rückkehr von der Weltmeisterschaft im 70,3-Triathlon-Wettbewerb im kanadischen Mont-Tremblant in einem Gespräch mit dem Langenhagener Echo. Die Zahl steht für die Gesamtdistanz von 113 Kilometern, das entspricht 70,3 Meilen. Das Energiebündel vom SC Langenhagen belegte in der Altersklasse 60 – 64 einen ausgezeichneten Mittelplatz. Qualifiziert hatte sie sich für diese WM schon Anfang des Jahres mit einem sensationellen 2. Platz im südafrikanischen East London. Die sportlichen Erfolge, die ein außergewöhnliches Training voraussetzen, sind umso höher einzuschätzen, wenn man weiß, dass Bärbel Stielow es seit zwei Jahren mit der heimtückischen Krankheit Parkinson zu tun hat. Sie spricht offen darüber, weiß natürlich, dass ihre Leistungen durchaus eingeschränkt sind. Aber sie hat da ihre eigene, sehr positive Philosophie: „Viele Sportler analysieren nach dem Wettkampf ihre Leistung und ärgern sich über eine verpasste bessere Platzierung. Ich dagegen freue mich, bei einer so großartigen Weltmeisterschaft dabei sein zu dürfen. Auch diesmal habe ich wieder sehr viele interessante Leute, beeindruckende Natur und eine besondere Gastfreundschaft kennengelernt und werde weiterhin nicht gegen meine Krankheit trainieren, sondern für diesen tollen Sport.“ Fast hätte ein kleines Insekt das Abenteuer Kanada zunichte gemacht. Bärbel Stielow wurde beim Schwimmtraining direkt am Auge gestochen, das in Kürze anschwoll und sie aussehen ließ wie nach einem Boxhieb. Aber nach unzähligen Kühlungen fand Barbara Stielow den notwendigen Durchblick wieder und konnte doch an den Start gehen. Im glasklaren Wasser des eindrucksvollen Sees fühlte sich die Langenhagenerin auf der 1,9-Kilometer-Strecke „sauwohl“. „Auch mit der 90 Kilometer langen mit 1500 Metern sehr weltmeisterlichen Radstrecke kam ich gut zurecht und war richtig happy“, betonte die SCL-Sportlerin, „alles lief richtig super auch dank meiner Radmechaniker.“ Den abschließenden 21,1-Kilometer-Lauf mit immerhin 500 Höhenmetern forderte ihr noch einmal alles ab, aber als sie nach 7:13 Stunden das Ziel erreichte und „die wunderschöne Medaille in Empfang nahm, war ich einfach nur glücklich“. In den nächsten Wochen ist Regeneration angesagt und dann will sie es noch einmal wissen auf der langen Distanz.
Nach dem Wettkampf genoss Bärbel Stielow mit mitgereistem Ehemann Jürgen und Tochter Kristina, die auch schon in Sachen Triathlon unterwegs war, einen gemeinsamen 12-tägigen Urlaub, um in Ruhe die Schönheiten Kanadas zu genießen, verbunden mit Besuchen von Nationalparks und der 130 Kilometer nordwestlich von Mont-Tremblant gelegenen Stadt Montreal.