„Turnen hat etwas mit Intelligenz zu tun“

Ramona Kirchner trainiert die vier- bis sechsjährigen Mädchen.Foto: D. Lange
 
Wilfried Osing zeigt, wie`s geht.Foto: D. Lange

Aktionstag Geräteturnen für Mädchen in der DTB-Talentschule Langenhagen

Langenhagen (dl). Die Sportvereine- und Verbände wollen ihre Nachwuchstalente für die Spitzenplätze auf den Siegerpodesten möglichst frühzeitig entdecken und fördern. Das ist beim Deutschen Turnerbund (DTB) nicht anders, deshalb richtet der DTB sein Augenmerk besonders auf die Mädchen im Vorschulalter von vier bis sechs Jahren, denn aufgrund der derzeitigen Anforderungen bei nationalen und internationalen Wettkämpfen ist es wichtig, bereits in diesem Alter mit dem Training zu beginnen. Für die Jungen gilt in etwa das gleiche. Über die Kindertagesstätten in Langenhagen und der Wedemark hatte der Leiter der Talentschule Langenhagen des DTB, Wilfried Osing, die Mädchen und vor allem deren Eltern auf den Aktionstag Geräteturnen in der Sporthalle der Robert-Koch-Schule aufmerksam gemacht. Zu Beginn des Aktionstages am Sonnabend zeigten die Turnerinnen der Talentschule ihr Können mit einigen Übungen und im Anschluss daran durften die Kinder verschiedene Turngeräte selbst ausprobieren sowie zusammen mit den Turnerinnen an einem Aufwärmtraining teilnehmen. „Ohne ein intensives Aufwärmen geht nichts im Turnsport“, sagt Osing, „denn nur so lassen sich dauerhaft Wirbelsäulen- und Gelenkschäden vermeiden. Dies ist auch der Grund dafür, warum wir die Sprünge und Salti, die heute im Bodenturnen verlangt werden, zunächst ganz intensiv ausschließlich auf dem Trampolin üben. Die Belastung für den Körper wäre am Boden auf Dauer viel zu hoch. Vom Landesverband des DTB wird außerdem für die Kinder vor der Trainingsaufnahme ein ärztliches Attest verlangt, das ihnen ihre Sporttauglichkeit bescheinigt. Bereits vorhandene Vorschädigungen würden durch das Training sonst nur noch verstärkt werden“. Die Mädchen, die nach dem Aktionstag Freude am Turnen gefunden haben, können im Anschluss daran an einem zweiwöchigen Probetraining drei- bis vier Stunden in der Wocheteilnehmen, bevor sie sich in Absprache mit ihren Eltern zu einem regelmäßigen Training entschließen. „Der Leistungssport im allgemeinen und besonders der Turnsport auf hohem Niveau verlangt ein beträchtliches Maß an Disziplin und Leistungsbereitschaft, dem sich im Grunde genommen neben der Schule alles andere unterordnet und der den eigenen Lebensrhythmus bestimmt“, so Wilfried Osing, der außerdem davon überzeugt ist, „dass das Turnen nicht nur Spaß macht, sondern auch sehr viel mit Intelligenz zu tun hat. Turnen fördert neben den körperlichen auch die sozialen und die intellektuellen Fähigkeiten. Die Sportlerinnen müssen sich den Ablauf und die einzelnen Figuren ihrer Übungen einprägen und vorausdenken können“. Osing, der im Hauptberuf Lehrer und Schulleiter ist, macht seine Arbeit als Trainer seit nunmehr 35 Jahren immer noch Spaß, wie er sagt. Die Mädchen- und vor allem deren Eltern, denn die müssen dahinterstehen- die sich für den wettkampforientierten Leistungssport entscheiden, trainieren vier bis fünfmal in der Woche. Osing ist sich deshalb seiner Fürsorgepflicht gegenüber seinen jungen Turnerinnen, gerade was deren Gesundheit angeht, sehr bewusst. „Die Kinder leben für ihren Sport, da müssen sie gesund sein und es muss ihnen auch Spaß machen“.