Typisierung bei der MTU

Mitarbeiter wollen krebskrankem Kollegen helfen

Langenhagen. Mit 17 Jahren hat Sven Bode seine Ausbildung bei der MTU Maintenance Hannover in Langenhagen gemacht und sich zum Line Inspector hochgearbeitet. Vor sechs Jahren wurde bei dem 34-Jährigen eine seltene Krebserkrankung diagnostiziert, bei der nur mehr eine Stammzellen-Transplantation helfen kann. Da es keinen passenden registrierten Spender gibt, haben sich 854 MTU-Kollegen typisieren lassen – in Langenhagen, in der Münchner Unternehmenszentrale und bei der MTU Maintenance Berlin-Brandenburg in Ludwigsfelde. Sie alle wollen dem zweifachen Familienvater helfen. Um die Aktion zu finanzieren, haben Langenhagener Kollegen zudem mehr als 1.000 Gleitzeitstunden gespendet. „Für uns war es keine Frage, zu helfen“, erklärt René Symanzik vom Langenhagener Betriebsrat. Die Unternehmensführung musste auch nicht lange überzeugt werden, gab grünes Licht und sagte einen Zuschuss zu. Geschäftsführer Martin Funk: „Ich freue mich sehr über diesen großen Zusammenhalt in der Belegschaft.“ Nach der Winterpause liefen zwei Typisierungsaktionen in Langenhagen, in deren Rahmen sich 395 Kollegen Blut abnehmen ließen. Die Hilfswelle schwappte auf die beiden anderen deutschen MTU-Standorte über und in kürzester Zeiten wurden auch hier Typisierungstermine anberaumt. Ergebnis: In München ließen sich 356 Mitarbeiter Blut abnehmen und in Ludwigsfelde 103 Frauen und Männer. Der erkrankte Kollege ist von so viel Einsatz gerührt. Bode: „Ich möchte allen Kollegen von Herzen danken. Jeder potenzielle Spender erhöht die Chance, meine Krankheit wieder in den Griff zu bekommen oder sogar zu besiegen. Meine Familie und ich sind zutiefst dankbar.“