Über die eigene Theologie reflektieren

Tauschten sich intensiv aus: Eckhard Keese, Vorsitzender der Senioren-Union (links) und Propst Martin Tenge. (Foto: O. Krebs)

Propst Martin Tenge referiert über das Thema Reformation vor der Senioren-Union

Langenhagen (ok). 450 Jahre Trennung, die vergangenen 50 Jahre auf Annäherungkurs – so beschreibt Martin Tenge den Verlauf der Reformation. Tenge ist Propst in Hannover, ein so genannter Regionaldechant. „Das ist vergleichbar mit einem Superintendenten bei den Protestanten“, erläutert der geistliche Würdenträger sein Amt. Tenge war einer Einladung der Senioren-Union gefolgt, ist überzeugt, dass die Trennung der Kirchen auf dem deutschem Boden stattgefunden habe, aber auch ihre Vereinigung. Ziel könne es letztendlich nur sein, eins zu werden. Zumindest die Taufe sei seit 2006 gegenseitig anerkannt. Martin Tenge, der schon viel Erfahrung in der ökumenischen Jugendarbeit gesammelt hat, erzählte auf eindrucksvolle Art und Weise, wie die Katholiken nach der Reformation aus Hannover nach Hildesheim vertrieben worden sind. So nach und nach seien sie dann wieder in die Stadt gekommen. Und Tenge gab durchaus zu: „Es ist schwierig, die Trennungsgeschichte zu feiern.“ Eines sei klar: „Es kommt nicht darauf an, katholisch zu sein; es kommt darauf an, dass das Herz für Gott offen ist.“ Für Tenge hat die Reformation auch für die katholische Kirche einige weitgreifende Änderungen gebracht – so habe „seine“ Kirche nochmal angefangen, über die eigene Theologie zu reflektieren. Der Umgang mit der Heiligen Schrift habe sich verändert, genauso wie das Verhältnis von Staat und Kirche so wie die damalige Ablasspraxis. Und auch,wenn es in der evangelischen Kirche das Synodalprinzip gebe und in der katholischen eine strengere Hierarchie mit dem Papst an der Spitze, so brauche doch niemand zu denken, dass bei den Protestanten alles basisdemokratisch sei. Aber die Ökumene sei auf jeden Fall auf einem guten Weg.