„Überzeugen statt provozieren“

Die Aufstellung der Kandidaten für die Kommunalwahl bei den Grünen ist festgelegt (von links): Heinrich Kohne (Engelbostel, Godshorn, Schulenburg), Ulrike Bodenstein-Dresler, Ulrike Jagau (Langenhagen Mitte), Dirk Musfeldt (Kaltenweide, Krähenwinkel, Alt-Langenhagen-Nord), Maren Rietschel (Langenforth), Ronald Kunze (Wiesenau, Brink, Im Hohen Felde), Marion Kellner (Kaltenweide, Krähenwinkel, Alt-Langenhagen-Nord).

Grüne stellen ihr Wahlprogramm vor

Langenhagen (gg). „Wir können viel beschließen, doch wenn die Stadtverwaltung das dann nicht umsetzt, passiert auch nichts“, sagt Dirk Musfeldt. Der Ratsherr hat als Fraktionsvorsitzender der Grünen Erfahrung. Gemeinsam mit seinen Parteikollegen betrieb er nach dem Motto „Nörgeln, Drängeln, Bitten“ in den vergangenen Jahren eine eigens definierte Art der Diplomatie – eben nicht „mit dem Kopf durch die Wand“, nicht mit Provokation, sondern mit Überzeugungskraft. Nicht nachlassen wollen die Grünen, schließlich verbuchen sie für sich mit ihrer Taktik des ständigen Erinnerns und des Werbens für ihre Ideen einige Erfolge. So setze die Stadtverwaltung die Grünen-Vorgaben in viele Bereichen vorbildlich um, ein Beispiel sei das Tausend-Straßenbäume-Programm. Mit dem frisch aufgelegten Wahlprogramm (acht Seiten lang) haben die Grünen zu den Themen Bildung, Jugendförderung, Kunst und Kultur, Wirtschaft, Stadtentwicklung, Verkehr und Naturschutz ihre Ideen und Ziele aufgeschrieben. Den Bürgern soll es in Langenhagen besser gehen, beispielsweise mit zusätzlichen Fahrradstraßen, überdachten Fahrradstellplätzen, Wohnungsbau für sozial Benachteiligte, fußläufig erreichbare Nahversorgung, Umwandlung der Grundschulen in Ganztagsschulen und Tempo 30 auf allen Hauptstraßen nachts. Die Grünen wollen ein Nachtflugverbot und ein Nachtfahrverbot für LKW, keine neue Trasse für die L382 nach Garbsen und kein Straßenneubau nach Isernhagen. Positiv sehen sie die Bauland-Entwicklung an der Vinnhorster Straße und eine Rathauserweiterung. Ziel ist für die städtischen Finanzen eine langfristige Schuldenfreiheit.
Flächennutzungsplan, Umbau der Schulen - Vieles wird in den nächsten Jahren im Rat entschieden. Vieles ist nicht kommunale Angelegenheit, sondern wird von der Region, dem Land oder dem Bund geregelt. Da kann die Stadtverwaltung eigentlich nichts bewirken. Dirk Musfeldt weiß das, er sieht dennoch Chancen und sagt: „Gut begründete Stellungnahmen der Kommunen bei geplanten Projekten können durchaus Berücksichtigung finden.“