ULG will Stadtfest reformieren

Das Stadtfest 2012: trotz oder wegen des Löwenfestes ein Renner? Foto: O. Krebs

Wilhelm Behrens und Bernd Speich fordern „zukunftsfähigeres Konzept“

Langenhagen (ok). Aufstockung der Mittel für die Umgestaltung am Silbersee: von der Opposition abgebügelt. Genauso wie die Anträge zur Erneuerung der Peko-Halle, zur Erhaltung und Pflege des Eichenparks, zur Bauunterhaltung, zur Mahd der Hundewiesen und zur Grüngutannahme an Sonnabenden. Mit ihren Anträgen konnte die Unabhängig/Liberale Gruppe (ULG) um Wilhelm Behrens und Bernd Speich bei der Mehrheitsfraktion aus SPD und Grünen nicht punkten. Jetzt startet das Duo zwei neue Anläufe, will unter anderem eine Bürgerbefragung in Sachen Baumschutzsatzung auf den Weg bringen. Eine Regelung, die nach Ansicht der ULG gerade im ländlichen Raum „völlig unnötig“ sei. Die Kosten einer solchen Befragung seien vergleichsweise gering, da eine solche Satzung nach Angaben der Verwaltung mindestens eineinhalb Stellen – also etwa 60.000 Euro – nach sich zögen. Und auch das Thema Stadtmarketing wollen Speich und Behrens wieder aufleben lassen, haben dabei das Stadtfest – laut Organisator Günter Sachs in diesem Jahr so erfolgreich wie nie – ins Visier genommen. Das Stadtfest, das Sachs seit fast 25 Jahren unter seinen Fittichen hat, ist den beiden nicht „professionell und zukunftsfähig“ genug, sie wünschen sich ein Konzept ähnlich wie das des Löwenfestes, auf Kinder und Jugendliche ausgerichtet. Konkrete Ideen haben die beiden allerdings nicht, die soll eine Ausschreibung der Verwaltung auf freiwilliger Basis liefern. Es habe sich gezeigt, dass das Stadtfest im Schatten des Löwenfestes in diesem Jahr ein Renner gewesen sei.
Sachs ging die Wände hoch, als er von dem Vorschlag hörte: Von Professionalität könne bei den beiden keine Rede sein. Süffisant fügte er an: „Sie sollten die Überlegungen denen überlassen, die Ahnung davon haben.“ So ein gutes Musikprogramm wie in diesem Jahr habe es noch nie gegeben, er habe von allen Seiten nur Lob bekommen. Dass die Kinder in diesem Jahr nicht zum Zuge gekommen seien, sei nicht seine Schuld gewesen: „Durch das Löwenfest und die damit verbundenen Auflagen der Stadt sind mir die Hände gebunden gewesen.“ Im nächsten Jahr werde alles anders, er habe seine Bewerbung bereits wieder abgegeben. Einen kleinen Seitenhieb aufs Löwenfest kann sich Sachs, der das Stadtfest noch bis zum 80. Geburtstag organisieren möchte, wenn seine Gesundheit mitspilet, dennoch nicht verkneifen: „Solch ein tolles Fest hätte ich für weniger als 60.000 Euro hinbekommen.“