Umfrage für IGS im Norden startet

Planungen an Robert-Koch-Realschule erst einmal zurückgestellt

Langenhagen (ok). Er war ganz in seinem Element, machte sich für das zweigliedrige Schulsystem stark: "Wir brauchen ein starkes Schulsystem mit ausgewogenen Verhältnissen", sagt Wolfgang Kuschel (SPD), Gesamtschuldirektor im Ruhestand. Die Oberschule sei überhaupt keine Alternative, reproduziere nur das dreigliedrige Schulsystem. Wichtig sei es, die Schülerströme zu steuern. Was die Umwandlung der Robert-Koch-Realschule in eine weitere Integrierte Gesamtschule im Stadtgebiet angeht: Da müsse die Situation ausgelotet, auch Kontakt zu den Eltern aufgenommen werden. Immerhin würde rund die Hälfte der abgewiesenen Kinder an die RKS gehen. Allerdings spricht sich die Mehrzahl des Lehrerkollegiums zurzeit gegen die Umwandlung in eine Gesamtschule aus: Der RKS-Schulelternrat spricht sich für eine Ganztagsschule mit Flexibilität – sprich eine offene oder teilgebundene Einrichtung aus. RKS-Schulleiter Thomas Kelber machte deutlich, um wie viel besser eine IGS in allen Belangen aufgestellt sei im Vergleich zu einer Realschule. Ulrike Jagau (Grüne) vertrat in der jüngsten Bildungs-, Schul- und Kulturausschusssitzung die Ansicht, nichts übers Knie zu brechen. Zunächst einmal müssten auch detailliertere Zahlen vorliegen. Und bei einer Umwandlung in eine IGS seien zudem neue Klassenräume und Differenzierungsräume notwendig. Für Anja Sander (SPD) geht es darum, jedes Kind mitzunehmen; eine IGS biete da die besten Möglichkeiten. Für Andreaa Eilers (AfL) ist das Chaos groß genug; es solle nicht ein Fass nach dem nächsten aufgemacht werden. Im Klartext: Erst eine Abfrage, ob unter den Eltern eine Integrierte Gesamtschule im Norden Langenhagens gewünscht sei, dann die Robert-Koch-Realschule thematisch in Angriff nehmen. Auch Domenic Veltrup (BBL) vertrat ein offenes Ganztagsangebot.
Sozialdezernentin Monika Gotzes-Karrasch zeigte auf, wie dringend etwas passieren muss. Bis 2028/29 stiegen die Schülerzahlen an den weiterführenden Schulen um mehr als 500. Obwohl das Gymnasium siebenzügig und die IGS Süd fünfzügig wird, fehlten vielleicht noch zwei Züge. Als Alternative brachte Ulrike Jagau ein zweites Gymnasium in Godshorn ins Spiel. Der Ausschuss empfahl dem Rat der Stadt Langenhagen mit einer Enthaltung von Ulrike Jagau, eine Befragung der Eltern in Kaltenweide und Krähenwinkel in Sachen Integrierte Gesamtschule zu starten. Und zwar geht es um den Standort nördlich des Kreisels an der L 190. Post von der Stadt erhalten demnächst die Eltern der Grundschulkinder und der Kinder im letzten Kindergartenjahr. Das Ergebnis werde dann aus fünf Jahrgängen – auch unter Berücksichtigung weiter steigender Zahlen und eines fünfjährigen Planungszeitraums – hochgerechnet. Die Zahlen pro Jahrgang müssen zwischen 96 und 120 Kindern liegen. Und erst, wenn das Ergebnis dieser Umfrage vorliegt, werde weiter geplant. Entweder an der RKS oder auch an den beiden Integrierten Gesamtschulen an der Konrad-Adenauer-Straße und an der Angerstraße.