Umkämpfter Baumschutz geht weiter

Marc Köhler stellt neue Einigungslinie vor

Langenhagen (gg). Das Thema Baumschutzsatzung soll nach dem Willen von Wolfgang Kindel, Polizeibeamter im Ruhestand, in Langenhagen wieder politisch diskutiert werden. Zum Hintergrund: Vor gut zwei Jahren wurde seine Petition zur Aufstellung einer Baumschutzsatzung mit der Stimmenmehrheit von SPD und Grünen angenommen, die Verwaltung wurde mit der Erarbeitung beauftragt. Der Entwurf dieser Satzung wurde in den Ortsräten Kaltenweide, Krähenwinkel, Godshorn, Schulenburg und Engelbostel diskutiert. Zahlreich meldeten sich Einwohner zu Wort, die die Satzung vehement und erbittert ablehnten. Danach lag das Thema auf Eis. SPD-Fraktionschef Marc Köhler erklärte im Interview mit dem ECHO derzeit, dass es innerhalb der Fraktion Zweifel an der Sinnhaftigkeit der Baumschutzsatzung gebe, er diese aber für grundsätzlich richtig halte. Wolfgang Kindel hat nun eine neue Petition zur Aufstellung einer Baumschutzsatzung eingereicht. Demnach soll diese nur für die Kernstadt gelten. „Die Ortsteile sollen ausgeschlossen werden, da es dort nicht in das Gewicht fällt, wenn hin und wieder ein Baum fällt“, so seine Begründung. Mit Sorge betrachte er die Baumfällungen auf Privatgrundstücken, nach eigener Zählung rund 60 in zwei Jahren. „Diese Anzahl dürfte nur die Spitze des Eisbergs darstellen, da ich die Feststellung nur auf einem kleinen Teil der Kernstadt getroffen habe.“ Kindel rechnet hoch und vermutet eine vier- bis fünffach höhere Zahl für die gesamte Kernstadt.
„Nicht sinnvoll“ hält Marc Köhler die Unterteilung Kernstadt und Ortsteile für eine mögliche Baumschutzsatzung. Stattdessen soll es eine Einigungslinie zwischen Satzungsgegnern und -befürwortern geben. Im Gespräch mit dem ECHO erklärt er: „Standortprägende Bäume sollen geschützt werden. Der Erhalt der Bäume kann Kosten verursachen, die vom Eigentümer zu tragen sind. Uns ist der Baumschutz etwas wert und daher soll es Zuschüsse seitens der Stadt für den Baumerhalt geben.“ Der Fraktionschef stellt sich dazu ein Gesamtbudget in der Größenordnung von 100.000 Euro im Haushalt vor. Je nach Einzelfall und Kategorien (Baumumfang) soll über Baumpflegemaßnahmen entschieden werden und anteilig aus dem Gesamtbudget bezahlt werden. Die Hälfte der Kosten soll bei den Eigentümern verbleiben. Die für eine Baumschutzsatzung typischen Gebühren, die beim nicht genehmigten Fällen von Bäumen seitens der Verwaltung erhoben werden, sollen realisiert werden. Die können bei älteren Bäumen im vierstelligen Bereich liegen.