Umweltminister Olaf Lies bei Penny

Mit den leeren Regalen waren in der Penny-Filiale im CCL Zeichen für mehr Umweltbewusstsein gesetzt. (Foto: M. Bondzio)

Folgen des Insektensterbens demonstriert

Langenhagen (ce). Bienen weg, Regal leer: Das könnte schon bald Realität werden. Denn rund 60 Prozent der Produkte im Supermarkt würde es ohne Bienen und andere bestäubende Insekten nicht mehr geben. Um auf die Folgen des dramatischen Insektensterbens aufmerksam zu machen und um eine Demonstration des Umweltministeriums und des NABU zu unterstützen, hat die Penny-Filiale im CCL am Montag etwa 1.600 Produkte aus den Regalen geräumt. Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies war zu Gast und machte klar: „Wir wollen die Auswirkungen des Insektensterbens deutlich machen und zeigen, was heute gemacht werden kann, um den Lebensraum für Insekten und Bienen zu verbessern.“ Allein in den vergangenen Jahren ist die Zahl der Wildbienen dramatisch gesunken. Von über 550 verschiedenen Arten ist die Hälfte gefährdet, viele sind bereits ausgestorben. Vor allem die Verbraucher sind gefragt: „Sie haben durch ihr Kaufverhalten mehr Einfluss als sie denken: Saisonale, regionale und vor allem nachhaltig und somit umweltfreundliche Produkte sind gut für unsere Luft, das Wasser und die Böden“, sagt Olaf Lies. NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller ergänzt: „Blumenwiesen oder Insektenhotels auf dem Balkon oder Garten sind auch eine gute Möglichkeiten für den Schutz der Insekten.“
Ursachen für das dramatische Insektensterben seien unter anderem der Einsatz von Pestiziden, die industrielle Landwirtschaft, der Klimawandel und die zunehmende Zerstörung des Lebensraumes der Tiere. Gerlind Lehmann von der Humboldt Universität zu Berlin sieht bei der Erforschung der Ursachen und Folgen dringend Handlungsbedarf. „Wir brauchen neben einem breiten öffentlichen Problembewusstsein ein bundesweites und einheitliches Insektenmonitoring. Nur so können wir schnell Handlungskonzepte entwickeln.“