"Umweltschutz geht uns alle an"

Werner Kirschning (links) und Stefan Sippel trafen sich am Wasserturm an der Stadtparkallee zur Besichtigung der Anlage. (Foto: G. Gosewisch)

Logistiker GLS begünstigt Naturkundler

Langenhagen. Es ist nur ein Stofftier, eine Fledermaus mit großen Ohren, die Stefan Sippel, Manager Vertrieb bei GLS General Logistik Systems, hier in der Hand hält und die er symbolisch an Werner Kirschning von der Naturkundlichen Vereinigung Langenhagen (NVL) übergibt. Noch bedeutsamer ist das Papier, in dem sie eingewickelt war, ein Scheck über den Betrag von 500 Euro. Diese Spende der Firma GLS General Logistics Systems, Erlöse aus einem firmeneigenen Fußball-Wettbewerb, wird helfen, für diese bedrohte Tierart ein Winterquartier im Keller des Wasserturms im Eichenpark Langenhagen zu bauen. Fledermaus-Experten aus verschiedenen Bereichen der Region hatten schon vor zwei Jahren den Raum als besonders geeignet beurteilt, denn der ehemalige Notspeicher für Trinkwasser aus der Zeit, als der Wasserturm noch die umliegenden Häuser des früheren Alters- und Pflegeheims versorgte, ist kühl und wasserfest. Er lässt sich zu einer zerklüfteten, feuchten Felsenhöhle umbauen. Nachdem Anfang dieses Jahres ein langfristiger Mietvertrag zwischen der Stadt Langenhagen und der NVL abgeschlossen wurde, kann die Idee umgesetzt werden. „Vor etwa 25 Jahren haben wir in einer drei Nächte dauernden Erfassung insgesamt zehn verschiedene Fledermausarten festgestellt“, sagt Kirschning, „die relativ hohe Artenzahl ließ sich mit den unterschiedlichen Biotopstrukturen im Park erklären. Wiesen- und Wasserflächen, Baum- und Buschbewuchs unterschiedlicher Höhe, für jede Art war das Richtige dabei. Durch Strukturveränderungen hat sich die Arten- und Individuenzahl leider deutlich verringert. Auch Winterquartiere in Gebäuden sind Mangelware. Man muss akzeptieren, dass es trotz aller Mühe lange dauern wird, bis Fledermäuse das neue Quartier finden und annehmen“.
Auf die Frage, wie es zu dieser Idee kam, hat Sippel verschiedene Argumente parat: „Die Stärkung des Umwelt- und Naturschutzgedankens geht uns alle an, auch wenn uns oft das Tagesgeschäft davon abhält, uns selbst in diesem wichtigen Bereich einzusetzen, aber so können wir zumindest ein Zeichen setzen, auf welcher Seite wir stehen. Der Wasserturm als Treffpunkt und Schulungsort in Sachen Natur erscheint uns wie ein Symbol, wie ein Leuchtturm auf hoher See für die bedrohte Natur. Als andere Verbindung zwischen unserem Transportunternehmen und brütenden Vogelarten im Turm kann man folgende nicht ganz ernsthafte Parallele herstellen: Mit unseren Fahrzeugen sind wir international unterwegs, Landesgrenzen sind kein wirkliches Hindernis und wir müssen Termine möglichst genau einhalten. Dazu nutzen wir die heutigen Medien der Elektronik, ob nun Radio, Navigationssysteme oder Sprechfunk. Es kann immer nur erstaunen, wie zeit- und punktgenau die Zugvögel es ohne diese Hilfsmittel schaffen, aus dem Winterquartier zum Wasserturm zurückzukommen, das kann uns fast neidisch machen.“ Es muss dann aber auch im Turm ein geeigneter Brutplatz zu finden sein und dafür hat die NVL gesorgt.