Unabwendbare Konsequenz

Sie haben die Auflösung des Vereins „Wir! helfen“ vorbereitet: Walter Pohl (links) und Mike Scheer. Foto: G. Gosewisch

„Wir! helfen“ wird durch gleichnamige Stiftung abgelöst

Langenhagen (gg). Der seit 1996 bestehende Verein „Wir! helfen“ steht vor der Auflösung. Als logische und unabwendbare Konsequenz bezeichnet die Vorsitzende Sonja Vorwerk-Gerth diese Entwicklung. Bereits bei der Vorstandswahl im vergangenen Jahr sei das klar gewesen: „Bisher gab es über den Wirtschaftsklub Langenhagen eine funktionelle Verbindung. Die ist nun weggebrochen“, erklärte sie. „Die Mitglieder des Wirtschaftsklubs waren dazu angehalten, zusätzlich zu ihrem Mitgliedsbeitrag eine Spende an den Verein ‘Wir! helfen’ zu leisten. Das ist jetzt nicht mehr so. Die Spendensumme, die der Verein für karitative Zwecke nutzen kann, ist seit der veränderten Beschlusslage im Wirtschaftsklub deutlich geschrumpft – von rund 27.000 Euro auf 11.000 Euro.“
Der Hintergrund: Der Mitgliedsbeitrag im Wirtschaftsklub wurde von 300 auf 600 Euro pro Jahr angehoben, und die Hälfte dieses Beitrages geht in die Wir!-helfen-Stiftung, die denselben karitativen Auftrag hat wie der gleichnamige Verein.
Im Verein „Wir! helfen“ wurden bislang soziale Einrichtungen und Projekte in Langenhagen unterstützt; Einfluss auf die Zweckbestimmung der Spenden hat nur der Vorstand. Schnell und unbürokratisch sei entschieden worden, zum Wohl beispielsweise der Jugendfeuerwehr oder der Kindertagesstätten, so der stellvertretende Vorsitzende Walter Pohl. Vereinskassenprüfer Mike Scheer verdeutlicht: „Anders als der Verein kann eine Stiftung aber besser auch nachhaltige undlangfristige karitative Unterstützung leisten. Eine Stiftung hilft auf der Basis ihres Vereinsvermögens und den Zinsen daraus. Ein Verein darf kein Vermögen anhäufen, sondern muss innerhalb weniger Jahre die Zweckbestimmung der Gelder gewährleisten.“
Scheer bestätigt dem Verein eine ordnungsgemäße Kassenführung, so dass die Entlastung des Vorstandes für 2009 festgestellt werden konnte. Noch offene Positionen im Plan zur Verwendung des aktuellen Vereinsvermögens in Höhe von rund 22.000 Euro will der Vorstand nun umgehend klären, um alle Voraussetzungen für die Auflösung des Vereins zu erfüllen.
Da von den 119 Vereinsmitgliedern weniger als die erforderlichen 20 Prozent bei der außerordentlichen ersten und zweiten Mitgliederversammlung zum Zweck der Auflösung anwesend waren, wird zu einer dritten in vier Wochen eingeladen. Nach Vereinsrecht reicht dann eine beliebige Zahl von Mitgliedern, um die Auflösung zu beschließen. „Wenn keiner kommt, beschließt das dann einfach der Vorstand“, so die schlichte Feststellung von Sonja Vorwerk-Gerth.