Unbekannte Ecke entdecken und verweilen

Bürgermeister Mirko Heuer und Tourveranstalterin Gabi Spier signalisierten an der Skulptur auf dem Marktplatz, dass die Tour für alle losgeht. (Foto: D. Lange)

Kulinarische Fahrradtour ging in die siebte Auflage

Langenhagen (dl). Ein Segelclub in Godshorn? Ein KunsTraum? Ein Würfel im Stadtpark oder ein Bahnhof am Pferdemarkt? Gut, den kennen zumindest Schüler und Berufspendler. Aber sonst? Nie gehört. Hier mitreden zu wollen, setzt somit aktives Tätigwerden voraus. Am Sonntag nutzten deshalb mehr als eintausend Langenhagener die siebte Auflage der FahrKulTour, soviel wie noch nie, um bei tadellosem Frühlingswetter die Stadt vom Fahrradsattel aus zu erkunden. Schon früh waren etwa 700 der gelben Warnwesten für die Teilnehmer vergriffen. Die 600 Neuen mit dem Aufdruck FahrKulTour sowie 100 aus dem Vorjahr, die der Flughafen bereitgestellt hatte. Für die Teilnehmer der Tour hatte das Veranstalterteam um Ratsfrau Gabriele Spier zusammen mit Gruppen und Vereinen insgesamt elf Stationen verschiedenster Art ausgesucht und vorbereitet, die auch ein wenig die Vielfalt der Stadt widerspiegeln sollten. Weil Langenhagen aber nun mal eine recht weitläufige Kommune ist, kommen da schon einige Kilometer zusammen, will man alle elf Stationen anfahren. Deshalb gab es für die Radler neben interessanten Informationen immer auch eine kleine Stärkung für die nächste Etappe. Beim Integrationsbeirat im Stadtpark konnten sich insbesondere die kleinen Radler beim Spielen nicht nur entspannen und von den Anstrengungen des Radfahrens erholen, sondern bei Bedarf die Tour auch gleich ganz beenden und die Eltern alleine weiterradeln lassen. Für Betreuung war jedenfalls gesorgt. Auf welchem Weg die Radler zu den Stationen kommen, blieb ihnen überlassen. Kontrollstationen gab es keine, alles sollte zwanglos und entspannt bleiben. Losfahren und genießen, so die Devise der gelbgekleideten und schon von Weitem erkennbaren Radlertrupps. Auch in kulinarischer Hinsicht hielt die Tour, was sie versprach. Im Schatten der Bäume im Stadtpark genossen die Tourteilnehmer internationale Köstlichkeiten und Spezialitäten aus der Türkei und dem Sudan, der Quartierstreff in Wiesenau hatte leckere Saftschorlen, vegetarische Spezialitäten und süße Köstlichkeiten namens Futjes oder Förtchen im Angebot. Kleine Teigtäschchen, garniert beispielsweise mit Vanillesauce und Pflaumenmus. Im Gleisdreieck verwöhnte der Verein Städtepartnerschafts- und Freundschaftskomitee, der dort seit Kurzem sein neues Domizil bezogen hat, die Fahrradgäste nicht nur mit landestypischen Spezialitäten der Partnerstädte, sondern auch mit Musik. Das bosnische „Ansambl Bisernica“ aus der Partnerstadt Bijeljina ist derzeit in Langenhagen zu Gast und spielte für die Besucher einen kleinen Ausschnitt ihres Repertoires, das überwiegend aus traditionellen Liedern vom Balkan besteht. Wer mehr von ihnen hören will: Am Sonntag, 29. Mai um 15.30 Uhr spielt das Ensemble ein Konzert im Forum des Achat Hotels. Der Eintritt ist frei. Ein wenig Pech im Rahmen der FahrKulTour hatte nur der Segelclub Passat in Godshorn. Auf ihrem Vereinsgelände wollten die Segler, sozusagen als Trockenübung, zwei aufgeriggte Segelboote präsentieren und anhand derer Fragen zum Thema Segeln beantworten. Das Vorhaben musste aufgrund des böigen Windes allerdings aufgegeben werden, auch wenn das Vorhandensein von Wind eine Grundvoraussetzung zum Segeln darstellt. Nur halt nicht an Land. Interessante Einblicke boten sich am frisch restaurierten S-Bahnhof Pferdemarkt, der sich nach Abschluss der Renovierungsarbeiten zu einem architektonischen Kleinod in Langenhagen entwickeln könnte. Neben Geschäftsräumen für Unternehmen soll das Gebäude später auch mit einer Gastronomie aufgewertet werden. Welcher Art und mit welchem Konzept steht noch nicht fest.