Unkonventionelle Wege zur Vermittlung

Im Bewerbungsgespräch bei einem mittelständischen Bauunternehmen (von links):. Jascha Küppers, Eric Domken und Ronald Lüdemann.Foto: D. Lange

Ausbildungsplatz-Speeddating in der Robert-Koch-Realschule

Langenhagen (dl). Wer kennt das nicht? Besonders angehende Azubis wissen ein Lied davon zu singen. Man schreibt fleißig Bewerbungen und oft kommen sie mit einer Absage ohne Angabe von Gründen wieder zurück. In Bewerbungskurse wird anschließend krampfhaft versucht, die Gründe für die Absagen heraus zu finden und abzustellen. Sicherheit gibt aber auch das nicht. Die Agentur für Arbeit geht gemeinsam mit vielen Schulen und Firmen seit mittlerweile fünf Jahren mit dem Ausbildungsplatz-Speeddating einen anderen, erfolgversprechenderen Weg, indem sie die bisherige Reihenfolge umkehren. Nicht die Bewerber kommen zu den Firmen- so sie denn zum Bewerbungsgespräch eingeladen werden – sondern die Firmen kommen zu ihnen. Hier beginnt die Bewerbung mit dem persönlichen Gespräch. Im 10-Minuten-Takt können sich die Schülerinnen und Schüler in ihrer gewohnten und Sicherheit gebenden Atmosphäre einer Schule direkt bei den Firmen präsentieren, nach dem Motto: der erste Eindruck zählt, Zeugnisse sind zunächst einmal zweitrangig. Das wichtigste aus der Sicht der Bewerber ist das abschließende Feedback seitens der Arbeitgeber. Hier bekommen sie eine Rückmeldung darüber, wie sie im Gespräch gewirkt haben, was verbessert werden muss und wo sie noch an sich selbst arbeiten müssen. Mehr als 30 Betriebe, die damit die ganze Bandbreite möglicher Ausbildungsberufe abbildeten und die noch offene Ausbildungsplätze zu vergeben haben, konnten Nicole Wilke und Holger Borkenhagen von der Agentur für Arbeit für die Veranstaltung in der Robert-Koch-Schule gewinnen. Die Firmenvertreter trafen dabei auf viele gut vorbereitete Bewerber, sodass vor Ort bereits etliche Ausbildungs- und Praktikumsplätze vergeben werden konnten. Es habe sich gezeigt, so Borkenhagen, dass der Realschulabschluss für einen Ausbildungsplatz in aller Regel absolut ausreichend sei. Die Chancen auf eine Lehrstelle würden mit dem Abitur oder nach einer „Warteschleife“ nicht besser. Silke Dorn, die Leiterin des Fachbereichs Arbeit-Wirtschaft-Technik (AWT) an der Robert-Koch-Schule hatte sich für das Speeddating an ihrer Schule stark gemacht, das sich an die Schüler der Abgangsklassen an den Real- und Oberschulen in der nördlichen Region richtete. Simone Prost als Teamleiterin des Arbeitgeberservice bei der Agentur für Arbeit, sieht die Chancen auf beiden Seiten- bei den Firmen als auch bei den Bewerbern, denn das persönliche Gespräch sei oft zielführender als eine schriftliche Bewerbung.



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