„Unser Entertainment sind die Segel“

Vielfalt in einem ganz besonderen Unternehmen mit einem sehr spezialisierten Geschäftsmodell (von links): Wolfgang Langrehr, Rolf Löhrke, Marco Brunotte und Willi Minne.

Besuch bei „Star Clippers Kreuzfahrten“ in Langenhagen

Langenhagen. Scheinbar unscheinbar zwischen Stadtbibliothek und Achat-Hotel liegt der Eingang. Auf dem Flur begrüßt die Gäste eine lebensgroße Piratenfigur neben dem Bild eines Viermasters und schon ist der Besucher trotz Winterwetters in Langenhagen gefühlt in der Karibik. Geschäftsführer Rolf Löhrke empfängt Marco Brunotte, Landtagsabgeordneter der SPD für Langenhagen, in den Geschäftsräumen seines Unternehmens „Star Clippers Kreuzfahrten“ an der Konrad-Adenauer-Straße. Gemeinsam mit den SPD-Ratsmitgliedern Willi Minne und Wolfgang Langrehr besuchte Marco Brunotte Star Clippers. Im Stadthaus Langenhagen hat das Unternehmen knapp 300 Quadratmeter angemietet. Die Räume sind gefüllt mit Schiffsmodellen, maritimen Bildern, nautischen Instrumenten und dem Duft des Meeres. Der Spezialanbieter bietet Reisen auf Großseglern an. Für die drei Segelschiffe des schwedischen Reeders Mikael Krafft hat Star Clippers einen Reederei-Vertrag für Deutschland, Schweiz und Österreich. Somit ist Rolf Löhrke alleiniger Anbieter für den deutschsprachigen Raum. „Unsere Schiffe im Stil der alten Teeclipper, die im 19. Jahrhundert die Weltmeere beherrschten, segeln durch das Mittelmeer, die Karibik oder Asien“, berichtet Löhrke. Ein viertes Schiff sei aktuell in Kroatien im Bau. Die Kosten pro Schiff liegen bei knapp 100 Millionen Euro.
Im Vergleich zu großen Kreuzfahrtschiffen mit mehreren Tausend Passagieren, geht es auf den Seglern eher familiär zu. 170 bis 220 Gäste finden auf den bis zu 134 Meter langen Schiffen Platz. „Wir haben ein verhältnismäßig junges Publikum an Bord mit einer sehr familiären Atmosphäre“, schildert Löhrke, „unser Entertainment sind die Segel.“ Ein Showprogramm gebe es nicht, dafür könne man vom Klüvernetz am Bug Delphine beobachten oder zusehen, wie sich die Segel mit Wind füllen. Die Passagiere seien sehr international und würden viel Wert auf das Sportangebot legen.
Zwölf Mitarbeiter sind bei Star Clippers beschäftigt und kümmern sich um Buchungen von Direktkunden oder Reiseanbietern. Die sehr individuelle Betreuung der Kunden zahle sich aus. „Während zu Beginn die Direktvermarktung bei knapp 30 Prozent lag, bucht mittlerweile mehr als jeder zweite Gast direkt in Langenhagen bei Star Clippers“, sagt Rolf Löhrke, „wir haben kein Online-Buchungsportal. Bei uns geht das im direkten Service am Telefon oder per Email.“ Dabei profitiere man auch vom stark wachsenden Kreuzfahrtgeschäft, sei aber grundsätzlich mit einem sehr speziellen Segment stabil im Markt positioniert. Das schlechte Zinsniveau komme dem Reisegeschäft zusätzlich zugute, viele Kunden würden ihr Geld lieber ausgeben und reisen, als bei niedrigsten Zinsen auf der Bank liegen zu lassen.
„Langenhagen hat mehrere Tausend Unternehmen in den unterschiedlichsten Geschäftsfeldern“ sagt Marco Brunotte, „wir sind immer wieder über die Vielfalt begeistert.“ Star Clippers sei ein ganz besonderes Unternehmen mit einem sehr spezialisierten Geschäftsmodell.