Unternehmen verschenkt LKW-Führerscheine

Hauptfeuerwehrmann Kai Mehrstedt nach der Übergabe der Führerscheine durch Jörg Vespermann und Mario Barfigo. Foto: E.A. Nebig

Feuerwehr: Fahrerausbildung für schwere Einsatzfahrzeuge

Langenhagen (ne): Bei der FreiwiIligen Feuerwehr Langenhagen fehlen laut Stadtkommando Einsatzkräfte, die schwere Einsatzfahrzeuge über 3,5 Tonnen Tonnen Gesamtgewicht lenken dürfen. Das bedauern Stadtbrandmeister Eric Zerra und die Verantwortlichen in den Kommandos der Ortswehren sehr, denn die entsprechende Ausbildung ist sehr teuer. Und so wird wohl vorläufig der Engpass bestehen bleiben. Schuld daran ist die Einführung des EU-Führerscheines; der verschärfte nämlich die Situation, anstatt sie zu verbessern. Mit den neuen EU-Führerscheinen dürfen nur Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen geführt werden. Für schwerere Einsatzfahrzeuge ist ein LKW-Führerschein Klasse C vorgeschrieben. Kostenpunkt: rund 4.500 Euro. Der Innenausschuss des Niedersächsischen Landtages bemüht sich zwar um eine Lösung (das ECHO berichtete) und schlägt einen Feuerwehr-Führerschein vor, doch dessen Realisierung kann noch lange dauern. Das befürchten die Freiwilligen Feuerwehren. Von diesen Problemen hörte Jörg Vespermann, Geschäftsführer des in Langenhagen an der Keplerstraße ansässigen Verkehrs- und berufsbildenden Zentrums VBZ, und er beschloss spontan zu helfen. Sein Unternehmen bildet unter anderem Berufskraftfahrer aus und unterstützt junge Menschen bei der Jobsuche durch Weiterbildung und Ausbildungsangebote. Vespermann kennt die finanziellen Nöte junger Menschen, und das brachte ihn auf die Idee, der Langenhagener Feuerwehr aus der Klemme zu helfen. Er schenkte sechs jungen Feuerwehrmännern die Ausbildung für den höherwertigen Führerschein! Er habe für sein und die übrigen Unternehmen in Langenhagen befürchtet, dass wenn es brennt, die Feuerwehr eventuell nicht früh genug ausrücken kann, da noch kein Fahrer mit entsprechendem Führerschein vor Ort ist. Alle sechs Ortwehren erhielten daher im VBZ je einen Ausbildungsplatz. „Alle sechs Teilnehmer haben es mit Bravour geschafft und den Führerschein der Klasse C erworben“, teilte Ausbildungsleiter Mario Barfigo dem ECHO mit. Einer von Ihnen, Kai Mehrstedt von der Ortswehr Godshorn, nahm die begehrten Scheine stellvertretend entgegen. Dennoch ist das Fahrerproblem noch nicht gelöst. Schnelles politisches Handeln sei dringend geboten. Ehrenamtlichen Feuerwehrangehörigen könnten die hohen Kosten für notwendige Führerscheine nicht zugemutet werden; betonen Führungskräfte der Freiwilligen Feuerwehren; schließlich ersparten diese durch ihre gefährliche, ehrenamtliche Arbeit den Gemeinden Kosten in mehrstelliger Millionenhöhe.