Urlaub

Sommerzeit, Ferienzeit. An der Urlaubszeit mag ich besonders, dass sie eine schöne Gelegenheit bietet, die Seele einmal baumeln zu lassen. Ohne die alltäglichen Zwänge kann ich mich mit ganzem Herzen in manches hineingeben, was sonst zu kurz kommt. Entspannung der Seele, Spiel mit den Kindern, Gespräche mit dem Partner oder einfach nur stille Momente, all das kann auch einmal nachklingen. Vielleicht ist es ein Gespräch, in das ich mich ziehen lasse, ein Buch, das ich lese, oder ein Bild, das ich in Ruhe betrachte. Oder es sind Menschen, die mir begegnen oder die ich treffe, und für die ich mir mehr Zeit nehme als sonst.
Aufmerksamer nehme ich wahr, was um mich geschieht. Vielleicht ist es nur ein Satz in einem Gespräch oder ein Bild in einem dicken Buch oder eine kleine Bewegung, die mein Gesprächspartner gemacht hat, aber in diesem Moment ist es mehr: es ist ein kleines Stückchen der Wahrheit, die hinter den Dingen steht. Ihr kann ich einmal Zeit geben zu wirken. Im Nachsinnen gebe ich dieser verborgenen Wahrheit Gelegenheit, an mir zu wirken, sich in mir niederzulassen.
Viel leichter als sonst gelingt es im Urlaub, solche Momente des Nachklingens zu erreichen. Beim Betrachten einer Landschaft, beim Gang am Meeressaum oder einfach nur im Liegestuhl, in der freien Zeit ist es möglich. Dass ich im Urlaub diese Momente der Stille erreiche, dass sie sich wohl gar zu Minuten oder zu Stunden ausdehnen können, das ist die Gabe des Urlaubs. Wenn es dazu kommt, dann bin ich, ob ich es weiß oder nicht, ganz tief im Kraftfeld Gottes gewesen. „Gott ist nicht ferne von uns, denn in ihm leben, weben und sind wir“, heißt es in der Bibel (Apostelgeschichte 17, 27f.). Kurz habe ich es gespürt. Das wirkt sich aus für die kommende Zeit des Alltags. Eine gesegnete Zeit des Entspannens wünsche ich Ihnen allen.

Frank Foerster, Pastor