Vandalismus ärgert Landwirt

Edgar Schmidt-Nordmeier zeigt das mutwillig abgerissene Schild und den Krautbewuchs (links)

Schutz der Nutzpflanzen soll respektiert werden

Krähenwinkel (gg). „Hier gab es auch in den Vorjahren schon Vandalismus, aber es scheint immer schlimmer zu werden. Ich habe das bei der Polizei angezeigt“, sagt Landwirt Edgar Schmidt-Nordmeier und nimmt ein Schild vom Boden auf, dass von der Halterung abgerissen wurde. Es ist ein Schild, das für Verständnis wirbt, doch offensichtlich auch Aggressionen auslöst.
Was ist passiert: Edgar Schmidt-Nordmeier hat in der Nähe des Hastra-Sees auf seinem Acker Rüben gesät. Um den Keimlingen das Überleben zu sichern, hat er Pflanzenschutzmaßnahmen getroffen: den Boden fachgerecht vorbereitet und Unkräuter am Wachsen gehindert. Auf einem hundert Quadratmeter großen Stück desselben Ackers allerdings half er den Keimlingen nicht, um jedermann, der sich interessiert, zu zeigen, was dann passiert. Schon jetzt ist zu sehen: Unkräuter wachsen sehr viel schneller als die Rübenkeimlinge, die auch fortan kümmern werden. Wasser- und Lichtmangel tut sein Übriges. Rübenfliege mit Virusübertragung und Pilzbefall geben den Rüben später dann den Todesstoß. „Nutzpflanzen brauchen Schutz“ stand auf dem Schild zu lesen, das Edgar Schmidt-Nordmeier aufgestellt hat – eine Initiative für die Akzeptanz der konventionellen Landwirtschaft. Dass das Schild abgerissen wurde, schreibt er den Bio-Verfechtern zu, denn oft schon hat er von den so überzeugten Beschimpfungen gehört. „Bei denen werden wir verteufelt“, klagt er. Ideologisch sei die Bio-Argumentation, was Edgar Schmidt-Nordmeier sehr bedauert. Gerne gibt er Auskunft zu seinem Tun. Behördlich überwachte Boden- und Wasserproben belegen, dass es von seiner Landwirtschaft keine Umweltbelastung gibt. Und wenn Pflanzenschutzmittel und Düngung erfolgt, laute der Grundsatz: „So viel wie nötig, so wenig wie möglich.“ Nicht verstehen kann Edgar Schmidt-Nordmeier, dass dies einfach nicht wahrgenommen werde. Ohne Sachverstand der verklärten Bio-Philosophie nachzulaufen, reiche nicht, und nicht jeder könne sich die teuren Bio-Produkte leisten. „Und die konventionellen Ernteprodukte sind nicht schlecht, wie die Bio-Argumente einreden, sondern gut“, betont er. Vitamine, Nährstoffe, Mineralien sind nicht nur in den Bio-Produkten, sondern genauso in konventionellen Produkten. Welche Schadstoffe in welchen Mengen letztendlich auf den Teller kommen, hänge vom landwirtschaftlichen Handwerk ab, so seine Überzeugung. Nicht ausblenden solle der Kunde, dass auch Bio-Produkte einmal gedüngt wurden, sonst wären sie nicht gewachsen. Gülle und Mist sorgen für Nitratmengen, die je nach Witterung schwankend von der Pflanze verwertet werden, und das könne dann auch mal zu viel sein. Statt der Schuldzuweisungen seien Realitäten wahrzunehmen: Abgase von der Hausheizung oder dem Bus- und Autoverkehr sind überall und überall giftig, gelangen von der Luft über den Regen in den Boden, sind in Naturschutzgebieten ebenso zu finden wie auch in Bioprodukten. Jeder will mobil sein und ein warmes zuhause im Winter haben. Obwohl es immer wieder „Gespräche mit Passanten gibt, die nicht wirklich wissen, was ökologisch ist“, will Edgar Schmidt-Nordmeier weiterhin informieren. Er wünscht sich einfach nur Respekt vor dem, was dank der Landwirte im Boden wächst, damit jeder zu kleinem Preis etwas zu essen hat.