Verkehr am Flughafen

Helmut Appuhn und Ulrike Jagau setzen sich für den Baumschutz an der Evershorster Straße ein.

Grüne wollen Evershorster Straße schützen

Langenhagen. Großen Unmut hat bei den Grünen der neue Regionsplan (RROP) hervorgerufen. Demnach ist der südliche Teil der Evershorster Straße zwischen Benkendorffstraße und Flughafen-Straße „eine vorrangige Straße mit regionaler Bedeutung“. Das bedeutet, dass dieser Straßenabschnitt für den Schwerlastverkehr ausgebaut werden kann. „Der geplante Ausbau ist verkehrspolitisch nicht nur überflüssig, sondern auch inhaltlich nicht ausreichend begründet“, sagt Rolf Linnhoff, Sprecher des Grünen Ortsverbands. Besondere Bedeutung habe die von alten Bäumen gesäumte Straße nur für den Flughafenbetrieb, der seine Lastwagentransporte über dieses Teilstück der Evershorster Straße abwickeln wolle. Dieser Plan bedeutete dann zwangsläufig auch den Tod der Bäume, denn die Straße in ihrer gegenwärtigen Beschaffenheit werde den prognostizierten Verkehr aus dem Cargo-Bereich ohne zerstörerischen Umbau nicht ableiten können. Auch für die Anlieger, insbesondere die Pferdezüchter Familie Buhmann, könne diese Entwicklung nur nachteilig sein.
„Schlimm genug, dass Langenhagen seit Langem unter dem Lärm leidet, den die Flugzeuge auch nachts verursachen“, sagt Ratsfrau Ulrike Jagau, die seit ihrer Kindheit in der Einflugschneise lebt, „Jetzt will man auch noch in die alten Naturbestände eingreifen, um die Lastwagenkolonnen ungehindert rollen zu lassen. Die Lebensqualität der Menschen in Langenhagen wird weiter sinken.“ Um auf diesen Missstand aufmerksam zu machen, haben die Grünen Schilder gefertigt und aufgestellt, die den aufmerksamen Bewohnern und Verkehrsteilnehmern zeigen, was wieder einmal auf dem Spiel steht. „Den Flughafen-Betreibern sind Mensch und Natur in Langenhagen eigentlich gleichgültig, solange ihre Kasse stimmt“, meinen die Grünen. Das könne so nicht hingenommen werden. Der Flughafen sei bereits gut angebunden und verfüge über genügend eigene Flächen, um den Logistikverkehr von seinem Areal abfließen zu lassen. Eine Überprüfung von alternativen Lösungen hätte bereits im Vorfeld geschehen müssen. Rolf Linnhoff sagt: „Das wurde offensichtlich bisher versäumt – ein schwerwiegender Fehler.“