"Verletzte Personen suchen und retten"

Die gemeinsame Jugendübung der Ortsfeuerwehr Engelbostel und des THW Hannover/Langenhagen fand in Hannover-Bothfeld an der Freiherr-von-FritschKaserne statt. (Foto: P. Graser)
 
"Verletzte Personen retten" übten die Jugendlichen auch in problematischen Mauerdurchbrüchen. (Foto: P. Graser)

Übung der Jugendgruppen Feuerwehr und THW

Langenhagen. Ein ausgedachtes Erdbeben-Szenario mit realistischen Einsatzübungen bescherte rund 30 Jugendlichen der Jugendfeuerwehr Engelbostel und des THW Hannover/Langenhagen ein spannendes Wochenende. Während sich die Jugendlichen am Freitagabend kennenlernten und ihre Feldbetten aufbauten, um sich für das Wochenende beim THW einzurichten, feilten die Betreuer noch an den Einsatzszenarien und teilten die Jugendlichen der Feuerwehr und des THW in drei gleichstarke gemischte Gruppen ein. Jeder Gruppe wurden dann noch ältere und erfahrene Junghelfer als Unterstützungskräfte zugeordnet. Am frühen Sonnabendmorgen war es endlich soweit. Im geschlossenen Verband ging es von der THW Unterkunft zunächst in den Bereitstellungsraum auf dem stillgelegten Gelände der Freiherr-von-Fritsch-Kaserne in Bothfeld. Dort verteilte die auch aus Jugendlichen besehende Einsatzleitung, wie es bei Großschadensereignissen üblich ist, die verschiedenen Einsatzaufträge an die Gruppen. Um die Szenarien realistisch darzustellen, erfolgte die Anfahrt zu der jeweiligen Einsatzstelle auf dem abgeschlossenen Gelände mit Blaulicht und Martinshorn.
In den verschiedenen Einsatzszenarien mussten die Jugendlichen zunächst die Gefahren an der Einsatzstelle erkennen und einschätzen. Erst dann konnten sie die verletzten Personen suchen und retten. In einem Szenario mussten sie einen Mauerdurchbruch anfertigen, um die hinter einer Wand liegende verletzte Person mit einer Krankentrage retten zu können. In einem weiteren Szenario war es nicht so einfach. Hier wurde den Rettungskräften einiges an Kreativität abverlangt. Das Gebäude konnte nur über ein Fenster im ersten Stock betreten werden. Eine Treppe gab es nicht mehr. Mit zwei Steckleiterteilen wurde eine schiefe Ebene gebaut, über die dann die verletzte Person gerettet werden konnte. Immer wenn ein Einsatzauftrag abgearbeitet war, ging es zurück in den Bereitstellungsraum. Während die Gruppe eine kurze Verschnaufpause einlegte und auf den nächsten Einsatzauftrag wartete, arbeiteten fleißige Helfer im Hintergrund am Aufbau des nächsten Szenarios. Durch das Erdbeben ist es auch zu einem LKW-Unfall gekommen. Die Mädchen und Jungen durften hier an einem Brandsimulator den Reifenbrand an einer LKW Hinterachse löschen. Zuvor galt es aber die Löschwasserversorgung vom Hydranten bis zum Strahlrohr aufzubauen. Sie mussten an weiteren Einsatzstellen einen Dachstuhlbrand bekämpfen und eine verletzte Person mit dem Bergetuch über einen Kriechgang aus einem verschütteten Keller retten. Hier war es so eng, dass stellenweise nur auf dem Bauch gerobbt werden konnte.
Mit viel Spaß und Engagement arbeiteten die Jugendlichen die vielen Szenarien ab. An jeder Einsatzstelle wurden sie von erfahrenen Ausbildern der Feuerwehr und des THW eingewiesen, beraten und unterstützt.
Nach dem anstrengenden Tag und dem leckeren Abendessen ging es am Abend dann doch erstaunlich schnell in das Feldbett.
Entspannter ging es dann am Sonntag mit der Ausbildung an verschiedenen Stationen weiter. Die Feuerwehr erklärte wie man mit einem Feuerlöscher einen Brand bekämpfen kann. An einer Brandwanne hatte dann jeder die Möglichkeit selbst mal einen Feuerlöscher zu benutzen. An zwei weiteren Stationen erläuterte das THW die Möglichkeiten der Personenrettung aus Tiefen beispielsweise mit einem Dreibock und Rettungsgurt und aus Höhen wenn die Drehleiter nicht an den Unglücksort kommt, eine Rettung über das Treppenhaus ebenfalls nicht möglich ist. Hier kann dann ein Leiterhebel zum Einsatz kommen.
Zusammenarbeit schon in der Jugend fördern, denn nur wer sich kennt und weiß wie der andere arbeitet, kann im Einsatz auch effektiv zusammen arbeiten. Das war das Hauptziel der gemeinsamen Wochenendübung an der 30 Jugendliche und 15 Betreuer, Ausbilder und Stationshelfer teilnahmen.
Die Gesamtplanung lag bei Thorben Quintel und Lars Förster. Andreas Steinmeier arbeitete die Übungsszenarien aus. Die THW Fachgruppe Logistik sorgte für eine tolle Verpflegung, so der Bericht von THW-Sprecher Pierre Graser.