Verständnis für zeitgenössische Kunst

Gemeinsames Engagement für die zeitgenössische Kunst (von links): Michael Kottmann, Matthias Mensing, Julia Speckmann, Ursula Schöndeling, Claudia Fritzsche und Ulrike Schneider. Foto: G. Gosewisch

Kunstverein bietet Workshops für alle Interessierten

Langenhagen (gg). Mit dem Ziel, Verständnis für zeitgenössische Kunst zu erarbeiten, bietet der Kunstverein Langenhagen vielfältige Workshops an. Daran teilnehmen können alle Interessierten, egal ob jung oder alt. Die künstlerische Leiterin des Kunstvereins, Ursula Schöndeling, informiert zum Start des Projektes: „Der Kunstverein ist nicht nur Ausstellungs- sondern auch Produktionsort, das kann man in den Workshops des Projektes ‘Kunstraum Langenhagen’ erfahren und erleben. Über das Verständnis für zeitgenössische Kunst realisiert sich, dass künstlerische Impulse für den eigenen Lebensbereich nutzbar werden.“
Bereits vor zwei Jahren wurden dem Kunstverein über ein Bewerbungsverfahren Fördergelder vom Land Niedersachsen bewilligt. Das Projekt Besucherinitiative hat Strukturen hinterlassen, die nun für das neue Projekt Kunstraum genutzt werden. Claudia Fritzsche aus dem zuständigen Referat des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur erklärt dazu: „Ein Profil für die Vermittlung von Kunst ist wichtig. Ausdrücklich erwünscht ist dabei die Fokussierung auf Jugend und Schule.“ Die für das Projekt tätige Kulturwissenschaftlerin Julia Speckmann hat aktiv eine Vernetzung mit Schülergruppen erarbeitet, indem sie über persönliche Gespräche in den Schulen geworben hat: „Bisher sind rund 400 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in die Workshops einbezogen worden“, bestätigt sie.
Die Teilnahme ist kostenfrei; einfache Workshops dauern eineinhalb Stunden und sind ideal für die Einbindung in den Regelstundenplan an den Schulen. Ein Lehrergespräch wird dabei angestrebt. Der Künstlerworkshop ermöglicht einen experimentellen Einstieg in die Arbeit des Künstlers, der im Kunstverein vor Ort ist; die Dauer beträgt in diesem Fall etwa vier Stunden. Die Zusammenarbeit mit dem Fachdienst Jugend ist dabei für den Kunstverein sehr hilfreich, da die Werkräume im Haus der Jugend genutzt werden können. Weiterhin gibt es völlig offene Workshops, die über eine oder mehrere Wochen laufen.
Ein Beispiel für eine Vernetzung der Lebensbereiche liefert das aktuelle Projekt „Kunst und Ökologie“ mit der Künstlerin Natalie Grenzhäuser, bei dem der Naturschutzbund und die Naturkundliche Vereinigung Langenhagen eingebunden sind. Ökologische Fragestellungen können dadurch im Diskurs nachhaltig bearbeitet werden.
Eine ausstellungsübergreifende Vermittlung des Kunstangebots liefert das Kunstradio, ein Audio-Stadtkunstführer für Langenhagen in Kooperation mit dem Bürgerradio Leinehertz 106,5. Kulturwissenschaftler Matthias Menzig betreut dieses Projekt, bei dem Schülergruppen Recherche, Textarbeit und Tonaufnahme leisten.
Die Vermittlung und Anleitung zum Verstehen zeitgenössischer Kunst wird mit 25.000 Euro vom Land Niedersachsen gefördert; Voraussetzung dafür war die Einbindung externer Sponsoren. Die ist dem Kunstverein mit der VGH-Stiftung gelungen. Regionaldirektor Michael Kottmann begrüßte zusammen mit Ulrike Schneider von der VGH den absehbaren Erfolg des Projektes: „Sie erreichen die Menschen“, so seine Würdigung der Arbeit des Kunstvereins, die von der VGH-Stiftung mit 5.000 Euro und vom Stadtmarketing Langenhagen mit 1.500 Euro unterstützt wird.