"Verstehen wir nur Bahnhof?"

Ulrike Jagau erklärte Redewendungen

Langenhagen. Ehrenamtlich engagiert erklärte nun die stellvertretende Bürgermeisterin Ulrike Jagau in der Asiatischen Frauengruppe die deutschen Redewendungen. „Wir benutzen einige der Redewendungen und wissen aber gar nicht, wo diese herkommen“, ließen einige Frauen der Gruppe wissen. Woher auch, denn im Laufe des Abends erfuhren sie, dass eine Reihe der Sprichwörter ihre Abstammung im Mittelalter oder auch im Handwerk haben.
Auf Karteikarten hatte Ulrike Jagau ihre Sammlung von Redensarten festgehalten und arbeitete diese Stück für Stück mit der Gruppe ab.
Ein Beispiel wäre das Sprichwort „Etwas auf dem Kerbholz haben.“ Dieses habe den Ursprung in der Zeit, in der der Analphabetismus stark verbreitet war. Damit auch die Menschen, welche die Schrift nicht beherrschten, wussten, wie viele Schulden sie hatten, wurden Kerben in ein Holzstück geschnitten.
„Das ist auch nett“, führte Ulrike Jagau fort mit dem nächsten Beispiel. „Jemandem den Laufpass geben“. Dieser Satz kommt aus dem Militärdienst. Der genannte Laufpass wurde denen verliehen, welche den Dienst abgeleistet hatten und sich bewerben wollten.
Bei der Geschichte vom Sprichwort „etwas mit hängen und würgen zu schaffen“, hörte der Spaß auf. Bei dem im Kopf entstehenden Bild zuckten die Frauen zusammen, so der Bericht von Karthiga Manivannan.
Als es dann ums „ins Fettnäpfen treten“ ging, erzählten einige der Frauen grinsend ihre Erfahrungen dazu. „Ich versteh nur Bahnhof“, gestand eine Teilnehmerin.