Verwaltung brachte das Frühstück

„Solidarität mit den Mitarbeitern“, Bürgermeister Tjark Bartels verteilte morgens um halb fünf Brötchen an die Mitarbeiter des Bauhofs Fred Ahrens, Reiner Pardey und Heinrich Stünkel (v. l.). (Foto: Foto: L. Irrgang)
 
Um kurz nach fünf Uhr morgens rücken die Mitarbeiter des Bauhofs mit den Räumfahrzeugen aus. (Foto: Foto: L. Irrgang)
Wedemark (ig). Seit gut drei Wochen sind die Mitarbeiter des Bauhofs der Gemeinde im Einsatz und räumen die öffentlichen Straßen und Plätze vom Schnee. Am vergangenen Freitag bedankte sich die Verwaltung mit einem Frühstück bei den Bauhofmitarbeitern. „Wir wollen uns solidarisch zeigen“, so Bürgermeister Tjark Bartels, der gemeinsam um 4.30 Uhr mit der Ers-ten Gemeinderätin Konstanze Beckedorf und Silke Clausing vom Team Gebäude- und Flächenbewirtschaftung 20 Brötchen für das Frühstück vorbereitete. Mit sechs Fahrzeigen räumen die 12 Mitarbeiter des Bauhofs im Zweischichtbetrieb die Straßen in der Wedemark, darunter vier große Traktoren mit Schneepflug und ein kleineres Fahrzeug mit einem rotierendem Besen.
„Pro Schicht sind sechs Leute unterwegs“, so Rudolf Wenzel, Leiter des Bauhofs, „die Schicht geht bis 22 Uhr, im Notfall auch schon mal bis 24 Uhr.“ Die Erfahrungen mit den Anliegern seien sehr unterschiedlich, so Wenzel, „natürlich möchte jeder der Erste sein, bei dem geräumt wird.“ Mittlerweile seien alle Straßen, die in der Satzung stehen, geräumt, „wenn es geht, räumen wir nun auch die Straßen, die laut der Gemeindesatzung nicht von der Gemeinde geräumt werden müssten.“ Ein solches Vorgehen sei bei einer Fremdvergabe des Räumdienstes nicht möglich, hob Bartels hervor. „Es werden für den Winterdienst bislang keine Gebühren erhoben, wir überlegen, das eventuell zu ändern.“ Betroffen von einer eventuellen Gebühr seien dann jedoch nur die Anlieger, die auch in einer der Straßen wohnen, die in der Straßenreinigungssatzung genannt sind. Viele Anrufe würden die Verwaltung erreichen, dass nicht geräumt werde, obwohl man doch Gebühren zahle, „das kommt mitunter durcheinander, für das Schneeräumen zahlt bislang niemand eine Gebühr“, betonte Bartels. Mit der Arbeit des Bauhofs sei man mehr als zufrieden, so der Bürgermeister, „das klappt alles wirklich hervorragend.“ Sorgen bereiten der Gemeinde jedoch vermehrt einige Handstreubezirke. Von vier Bezirken seien drei an eine Fremdfirma vergeben, „und diese drei Bezirke führen zur Verärgerung.“ Die durch öffentliche Vergabe beauftragte Firma komme mit der Räumung nicht nach. „Viele dieser Bereiche, wie Schulen, Kindergärten oder Fußgängerüberwege müssten um sieben Uhr geräumt sein, aber die Firma kommt dem nicht nach.“ Man könne dies nur minimal beeinflussen, so Bartels weiter, „das ist wirklich sehr ärgerlich, wir prüfen auch eventuelle Schadensersatzforderungen.“ Bei den an eine Fremdfirma vergebenen Handstreubezirken handele es sich um knapp 10.000 Quadratmeter mit 83 Objekten, so Silke Clausing, und dies über die gesamte Wedemark verteilt. Die Verwaltung appelliert zudem an die Einwohner, den Schnee vom Grundstück nicht auf die Fahrbahn zu schieben, „dies ist zudem vorschriftswidrig“, so Clausing, die Verordnung über Art, Maß und Umfang der Reinigung untersage dies ausdrücklich. „Zudem kommt dieser Schnee dann beim Räumen der Straße direkt zurück an den Fahrbahnrand“, so Bartels, „leider auch vor Einfahrten, aber anders geht das leider nicht.“ Um ein Räumen auch in Nebenstraßen, die eigentlich laut der Satzung nicht geräumt werden müssten zu ermöglichen, bittet die Verwaltung möglichst die Straßen nicht durch parkende Autos zusätzlich zu verschmälern. „Dann wäre ein Räumen oftmals sehr viel einfacherer“, so Bauhofleiter Wenzel.