Verwaltung verteidigt Holzpoller

Um Holzpoller und Begegnungsverkehr in der Twenger Ortsdurchfahrt dauert die Diskussion an. (Foto: G. Gosewisch)

Twenger Posse dauert schon fast ein Jahr

Langenhagen (gg). Es sind nur zehn Holzpoller an der Fahrbahninsel in Twenge, aber Mitarbeiter der Stadtverwaltung und Ehrenamtliche im Ortsrat und Rat beschäftigen sich seit einem Jahr damit.
Zum Hintergrund: Anlieger Marc Münkel führt einen landwirtschaftlichen Betrieb mit Schwerpunkt Pferdehaltung. Ohne Maschinen-Einsatz geht das nicht. Viel ist zu bewegen, um 60 Pferde täglich zu versorgen, und der Transport spielt sich auf der einzigen Straße in Twenge, der Ortsdurchfahrt, ab. Dort gibt es die Fahrbahninsel, auf der Büsche und ein Lichtmast stehen. Begegnen sich Fahrzeuge, dient die Insel den Ausweichmanövern. „Mit den Pollern geht das nicht mehr. Jeder, der nicht glaubt, dass es hier brenzlig wird, kann ja mal mit zwei Anhängern am Trecker in der Kurve rückwärts setzen, wenn der Bus entgegen kommt“, erklärte Marc Münkel vor Monaten im Pressegespräch. Von Anfang an sei das Pollersetzen ihm ein Ärgernis gewesen, Leitungen wurden beim Bohren der Löcher gekappt, Poller wurden mitten in Einfahrten gesetzt, Zufahrten blockiert. Aus seiner Sicht behindert die Stadtverwaltung seine betriebliche Tätigkeit, was er nicht hinnehmen wolle. Stadtbaurat Carsten Hettwer sieht das anders. In der jüngsten Sitzung des Verkehrsausschusses sprach er sich dafür aus, Landwirten Einhalt zu gebieten, die immer mehr fordern. Er kenne ein Beispiel aus einer anderen Kommune, wo für landwirtschaftliche Maschinen Brücken verändert werden sollten. „So geht es nicht“, sagte er. Der Schutz des Straßenrandes und der Bäume sei wichtig, deshalb seien die Poller gesetzt worden. Dass Marc Münkel gar keine Baumaßnahme oder Investitionen beansprucht und selber Baumschutz und Baumpflanzung betreibt, dass er Wege auf seinen Flächen frei hält, um jedermann einen Naherholungswert zu bieten, blieb unerwähnt. Matthias Gleichmann (SPD) erklärte unterstützend: „Landwirtschaftliche Maschinen können vier Meter breit sein. Das sind ganz andere Bedingungen, die wir uns hier nicht vorstellen können.“ Reinhard Grabowsky (CDU) erläuterte den Kompromiss-Vorschlag des Kaltenweider Ortsrates: Rasengitter-Steine statt Poller am Fahrbahnrand. „Warum nehmen wir die Poller nicht einfach raus?“, fragte Marc Hinz (AfD) mit Mühen um eine einfache Lösung. Auch Maren Rietschel (Grüne) sprach sich dafür aus, allerdings nur auf der Insel, nicht an den Bäumen. Nun muss im Kaltenweider Ortsrat ein neuer Antrag geschrieben werden.