Verwirrspiel um Sanierungsablauf im Haus der Jugend

Einst zierte der Löwe den Balkon am Haus der Jugend (altes Rathaus von Langenhagen). Nun liegt er im Bauschutt im Innenhof. (Foto: G. Gosewisch)

Rat soll über Wechsel des Architektur-Büros entscheiden

Langenhagen (gg). Nun haben Ratsmitglieder das Haus der Jugend in Augenschein genommen. Die Besichtigung war Teil der jüngsten Sitzung des Jugendhilfe-Ausschusses. Hintergrund ist die offene Frage zum Sanierungsablauf. Nachdem der erste Abschnitt (Süd-Trakt) fast fertiggestellt ist, sieht die Stadtverwaltung den Rat in der Pflicht, über die Ausführung und damit über die Kosten im Mittel- und Nord-Trakt zu entscheiden. Die ursprüngliche Budget-Planung musste längst verworfen werden, die Gesamtsanierung wird teurer als die ursprünglich kalkulierten drei Millionen Euro. Das hat offensichtlich mehrere Gründe. So war das Budget von vornherein zu niedrig angesetzt worden – politisch motiviert. Das merkte Stadtbaurat Carsten Hettwer beim Ratsbeschluss vor Sanierungsbeginn bereits an. Weiterhin sind im Sanierungsverlauf erhebliche Mängel in der Bausubstanz festgestellt worden, das ECHO berichtete. Entscheidend scheint aber zu sein, dass zusätzliche Bauleistungen seitens der Stadtverwaltung beauftragt wurden, so die Mitteilung des mit der Planung und Bauaufsicht beauftragten Architektur-Büros Amberge aus Hannover: „Planungsziele sind deutlich erweitert worden.“ Seitens der Stadtverwaltung hatte Architekt Mischa Flaspöhler die Projektleitung inne. Sein beruflicher Wechsel ist bereits angekündigt, er verlässt zum 1. Juli die Stadtverwaltung Langenhagen. Er sieht den Verantwortungsbereich des externen Dienstleisters und empfiehlt einen Wechsel. Überrascht davon äußert sich Architekt Bernd Amberge vom gleichnamigen Architektur-Büro und ist empört, dass darüber bereits in Gremien beraten wird, denn an ihn sei diese Absicht nicht gemeldet worden.