„Viel Lärm um nichts“

Ostpassagen-Knöllchen vor Gericht

Langenhagen (gg). Mit einem Streitwert von 15 Euro ist eine Autofahrerin aus Hannover vor das Amtsgericht gezogen. Dieses Verwarngeld sollte sie der Stadt Langenhagen zahlen, weil sie in der Ladezone in der Schönfelder Straße geparkt hatte. „Ich hatte das Auto nur deshalb dort abgestellt, weil ich tatsächlich Ladung zu transportieren hatte. Mein Mann und ich haben Kisten in die Ostpassage getragen“, erklärt Marion Wildführ zur Situation. Exakt elf Minuten sei das Fahrzeug in der Ladezone abgestellt gewesen, so die Angabe der 68-jährigen Autofahrerin. Auf Zusendung des Verwarngeldbescheides habe sie den Beleg für ihre Angaben, einen Lieferschein, an die Stadtverwaltung zum zuständigen Fachdienst Ordnungswesen gesendet und zudem Gesundheitsbescheinigungen vorgelegt, die ausweisen, dass sie nicht schwer und weit Ladung tragen kann. „Das Verwarngeld wurde nicht zurückgenommen, was ich nicht eingesehen habe“, sagt Wildführ. Inzwischen sei ein Urteil gesprochen worden mit dem Ergebnis: Verfahren eingestellt, die Kosten trägt die Staatskasse. „Das ist viel Lärm um nichts, Langenhagen hätte sich rechtzeitig kulant zeigen können“, meint sie.
Auf Nachfrage des ECHO lässt die Stadtverwaltung wissen, dass sie aus datenschutzrechtlichen Gründen keine Auskünfte zum Sachverhalt macht.
Allgemein gelte aber: „Einen Kulanzbereich, wann eine Verwarnung wegen Parkens in der sogenannten Ladezone für die Ostpassage ausgestellt wird, gibt es nicht. In den dafür vorgesehenen Buchten an der Schönfelder Straße gilt ein eingeschränktes Halteverbot. Die Haltebuchten dürfen zum Aussteigen, Entladen und Einsteigen genutzt werden. Wobei die Zeit, die sich ein Fahrer außerhalb des Einzugsbereiches seines Fahrzeuges aufhält, nicht länger als drei Minuten dauern darf. In den Haltebuchten länger parkende Fahrzeuge stellen in diesem neuralgischen Punkt ein Problem dar. Blockieren sie die Ladezone für die Ostpassage, halten Lieferanten oftmals in der zweiten Reihe. Ihre Lieferfahrzeuge versperren dann anderen Verkehrsteilnehmern die Sicht auf den Fußgängerüberweg und engen zudem den Fahrbahnbereich so ein, dass dort fahrende Busse nur schwer passieren können.
Die Stadtbeschäftigten im Verkehrsaußendienst kontrollieren die Haltebuchten an der Schönefelder Straße in regelmäßigen Abständen. Finden sie dort abgestellte und abgeschlossene Fahrzeuge vor, erfassen sie deren Kennzeichen sowie die Uhrzeit mithilfe elektronischer Erfassungsgeräte. Nur für solche vornotierten Fahrzeuge, die bei der anschließenden Kontrolle immer noch in einer der Haltebuchten stehen und deren Fahrer sich nicht in deren Einzugsgebiet problemlos ermitteln lassen, stellen die Stadtbeschäftigten eine Verwarnung aus.“