"Vielfalt ist kein Qualitätsmerkmal"

SPD geht nicht auf Kuschelkurs mit sieben Christdemokraten

Langenhagen (ok). Sieben CDU-Ratsmitglieder suchen den Schulterschluss mit der SPD. Andreas Friedrich, Dietmar Grundey, Uwe Gülke, Claudia Hopfe, Heinz Schaper, Horst-Dieter Soltau und Gabriele Spier haben beantragt, die Voraussetzungen für den Weiterbetrieb der Förderschule Langenhagen bis 2028 zu schaffen. Durch die Änderung des Schulgesetzes haben Kultusminister Grant Hendrik Tonne und die rot-schwarze Landesregierung jetzt den Weg dafür geebnet. Der Antag steht am nächsten Montag, 5. März, auf der Tagesordnung des Verwaltungsausschusses. Die Regionsabgeordnete Claudia Hopfe argumentiert: "Wir möchten die Chance, den Übergang der Förderschüler Lernen in den Regelschulalltag sanft zu gestalten, ergreifen. Der Weiterbetrieb der Pestalozzischule bis 2028 gibt den nötigen zeitlichen Freiraum, umd die bisherigen Erfahrungen mit Inklusion zu verarbeiten und entsprechende Konzepte für die Zukunft zu erstellen. Wir wissen um die derzeit schwierige Raumsituation der Pestalozzischule, sind aber zuversichtlich, hier eine Lösung zu finden." Claudia Hopfe verweist auf finanzielle Mittel für den Weiterbetrieb der Förderschulen Lernen sowie die Ausstattung der Schulen mit entsprechenden Mitteln, die im Nachtragshaushalt der SPD/CDU-Landesregierung vorgesehen seien.
Die SPD-Fraktion im Rat der Stadt Langenhagen will von Schulterchluss allerdings nichts wissen, zeigt den siebern Christdemokraten eher die kalte Schulter. "Es gibt nach unserem Dafürhalten in Langenhagen weder eine ausgeürägte pädagogische Notwendigkeit noch eine spezifische fiskalische, organisatorische oder räumliche Not, die Förderschule Lernen länger als geplant zu erhalten", schreibt Wolfgang Kuschel, Sprecher im Bildungs- und Technischen Schulbauausschuss. Vielgliedrigkeit, wie sie das Septett forderem eei kein Qualitätsmerkmal, das Schulsystem kein Warenhaus mit möglichst vielen Angeboten, sondern ein gesellschaftspolitisches Instrument, das allen Kindern gleiche Teilhabe ermöglichen soll. Außerdem würde durch das Moratorium der Prozess der Umsetzung des Menschenrechts  auf inklusive Beschulung und das notwendige Umdenken in Gesellschaft und Lehrerschaft behindert. Weder die Leitungen der weiterführenden Schulen noch die beiden Förderschulleitungen hielten den Antrag hilfreich, sondern eher kontraproduktiv.