Vier Medaillen für vier Spartaner

Die siegreichen Spartaner.

Karl Degener holt den Löwenanteil

Langenhagen. Spartas vier Teilnehmer an der Leichtathletik-Europameisterschaft der Senioren in Ungarn sind mit vier Medaillen im Gepäck zurückgekehrt. Karl Degener hat davon den Löwenanteil eingeheimst. Diesmal hatten es jedoch er und die anderen Teilnehmer ganz besonders schwer. Wenn die Daheimgebliebenen unter der Wärme litten, war das noch gar nichts gegen die Wetterverhältnisse in Nyiregyhaza. Von extremer Hitze bis sintflutartigen Regenfällen war alles dabei.
Das erste Edelmetall für Sparta holte Karl Degener in Form einer Bronzemedaille im 5.000 Meter Bahngehen der Altersklasse M 65. In Anbetracht der Hitze im schattenlosen Stadion hat er sich in 29:41,05 Minuten tapfer geschlagen. Der Sieg ging in 28:37,38 Minuten an Kalju Niidusaar aus Estland, Platz 2 erkämpfte sich in 28:42,96 Minuten der Russe Vladimir Karlov. Manfred Krenz ging in der Altersklasse M 60 an den Start und erreichte nach 34:50,37 Minuten als Zwanzigster das Ziel. Birgit Komoll startete international das letzte Mal in der Altersklasse W 45. Sie ging 33:49,54 und holte sich damit einen guten fünften Platz. Damit meldete sie aber auch ihre Anwartschaft auf einen Platz im deutschen Dreierteam beim Zehn-Kilometer-Straßengehen an. Ihre Vereinskollegin Claudia Otte wurde Zehnte in 36:42,57 Minuten.
Karl Degener hatte beim 20-Kilometer-Straßengehen Glück, sein Wettbewerb wurde bereits um 7.30 Uhr in der Früh bei noch erträglichen Temperaturen gestartet. Trotzdem hatten für ihn nur zwei Tage zur Regeneration nicht ausgereicht. Kalju Niidusaar aus Estland (1:58,40 Stunden) musste er deshalb erneut ziehen lassen. Die Angriffe aller übrigen Konkurrenten konnte der Spartaner jedoch erfolgreich abwehren. Da die Hitze beim Bahnwettbewerb auch dem Zweitplatzierten, dem Russen Karlov, arg zugesetzt hatte, nutzte Peter Schumm von Alemannia Aachen seine Chance und sicherte sich in 2:06,37 Minuten Bronze hinter Degener. Die Leistungen dieser beiden bildete die Basis für den Gewinn des Europameistertitels für das deutsche Team. Erich Sturz aus Augsburg komplettierte in 2:10,55 Minuten die Mannschaft. Der Sieg in 6:21,29 Minuten war ungefährdet, Silber ging an Russland (6:36,11 Minuten), Norwegen kam in 6:53,39 Minuten auf den Bronzerang. Karl Degener konnte somit seiner Bronzemedaille vom Bahngehen am zweiten Wettkampftag noch Gold und Silber hinzufügen.
Fünf Minuten vor dem Start der Frauen über zehn Kilometer begann ein Unwetter, das die Strecke innerhalb von Minuten unter Wasser setzte. Mit mehrstündiger Verspätung ging es dann für Birgit Komoll und Claudia Otte erst am frühen Abend los. Für Birgit Komoll galt es, den dritten und damit letzten freien Platz im deutschen W 45/50-Team gegen Irene Kollig zu behaupten. Taktisch klug hing sich deshalb die Spartanerin wie eine Klette an ihre deutsche Mitbewerberin und konnte diese nach zehn Kilometer im Endspurt um vier Sekunden bezwingen. Die Zeit der Spartanerin von 1:08:03 bedeuteten nicht nur den guten fünften Platz in W 45, sondern auch die Bronzemedaille mit dem deutschen W 45/50 Team (3:17,14 Minuten). Gold ging hier an die Ukraine (3:06,09 Minuten), Silber holte sich Frankreich (3:11,49 Minuten). Knapp (mit 1:19 Minuten) konnten die deutschen Seniorinnen das russische Team auf Platz 4 verweisen. Claudia Otte verbesserte sich im selben Wettbewerb mit ihrer Zeit von 1:15,32 und Platz 9 um einen Platz gegenüber dem Bahnwettbewerb.