Vier Tage am Ostseefjord Schlei

Auf der Fahrt gab es auch eine Menge Historisches zu entdecken.

Ü 50 des SC Langenhagen im hohen Norden Deutschlands

Langenhagen. Zum Saisonabschluss ging es für die Fußballsenioren Ü50 des SC Langenhagen in den äußersten Norden Deutschlands, nach Kappeln an der Schlei. Für viele der 28 Teilnehmer war die Tour an den Ostseefjord eine völlig neue Erfahrung. Wie seit Jahren war das von Helga und Fritz Rohn organisierte Programm gespickt mit jede Menge Kultur und Besichtigungen. Natürlich kamen gesellige Aspekte nicht zu kurz. Nach dem Motto „Pausen sind vergebene Zeit“ ging es nach dem Einschecken in „Thomsens Hotel“ direkt auf die „MS Stadt Kappeln“. Ziel war Schleimünde nach einem Zwischenstopp in Maasholm, eine beeindruckende Seefahrt der Übergangszone des Fjordes in die Ostsee. Es bestätigte sich wieder mal die alte Weisheit „eine Seefahrt , die ist lustig“, zumal das Wetter einzigartig mitspielte, nur Sonne pur.
Der erste Ausflug mit dem Bus führte die Gruppe nach Glücksburg. Eine Führung mit dem Motto „Vier Jahrhunderte Schloss Glücksburg“ machte die Verbundenheit bis heute mit den Königshäusern Dänemarks, Norwegens und auch Griechenlands deutlich. Das Schloss zählt zu den bedeutendsten Renaissanceschlössern Nordeuropas. Es wurde Ende des 16. Jhd. errichtet. Das Wasserschloss wird heute noch vielseitig genutzt. Es ging weiter nach Flensburg, der nördlichsten Stadt Deutschlands. Die Stadt erlangte in den vergangenen Jahrhunderten große Bedeutung als Handelsmetropole. In der heutigen Zeit verbindet man Flensburg eher mit Beate Uhse, der Flensburger Verkehrssünderkartei, aber auch mit dem Erstligahandballclub SC Flensburg- Handewitt und der Flensburger Brauerei. Hier endete eine interessante Führung mit einem Imbiss und einem vielfachen „PLOP“ beim Umtrunk.
Der zweite Ausflugstag ging nach Schleswig und Haithabu. Schleswig liegt am Ende des Ostseefjords Schlei. Die fürstliche Residenz der Gottorfer Herzöge machte Schleswig im 16. und 17. Jahrhundert. zum kulturellen Zentrum Nordeuropas. Die Blüte dieser Zeiten können Besucher noch heute hautnah erspüren. Zum Beispiel im kleinen Stadtteil Holm und im Gottorfer Globus, einem Nachbau des Weltwunders aus dem 17. Jahrhundert und dem wieder auferstandenen Barockgarten von Schloss Gottorf. Vor den Toren von Schleswig liegt die frühmittelalterliche Stadt Haithabu, die in der Wikingerzeit, vom neungten bis elften Jahrhundert, eine der bedeutendsten Handelsstädte Nordeuropas war. Hier kreuzten sich die wichtigsten Fernhandelswege und führten Menschen und Waren aus aller Welt zusammen. Zum Schutze der Stadt wurde ein befestigter Halbkreiswall errichtet. An diesen schließt im Westen das Verteidigungssystem des Danewerks an. Seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert haben Archäologen in dem weitläufigen Areal der einstigen Hafensiedlung und den Gräberfeldern viele bedeutenden Funde entdeckt, die von der einstigen Blüte dieses südlichsten Siedlungsplatzes der Wikinger zeugen. Innerhalb des Halbkreiswalles erfahren wir nach originalen Baufunden rekonstruierte Wikinger Häuser viele Einblicke in die Lebensverhältnisse der Bewohner vor rund 1.000 Jahren. Auf schmalen Bohlenwegen, zwischen lehmverputzten Flechtwandhäusern und auf der Landungsbrücke im Hafen kann man mit allen Sinnen in die Welt der Wikinger eintauchen.
Nach dem Ausschecken am Sonntag war der Besuch des traditionellen Fisch- und Trödelmarktes in Kappeln angesagt. Imposant waren auch hier viele Unterhaltungen mit echten Nordfriesen, “moin- moin“ war schon ein längeres Gespräch. Es war wieder eine interessante Abschlussfahrt, wie alle Beteiligten fanden, begünstigt durch supertolles Wetter.