Virtuosen mit dem Pflug

Die Besten des Kreisentscheids 2017 bei den Beet- und Drehpflügern: Berend Raupers (von links), Helmut Beier und Eric Voltmer, Sophia Engelke (außer Konkurrenz) sowie Siegerin Johanna Moye, Bastian Köster und Jan Papendorf.  (Foto: K. Raap)

Nachwuchs der Landwirte überzeugte beim Kreisentscheid

Hainhaus (kr). Äußerst spannend verlief der Kreisentscheid für die Leistungspflüger, der jetzt um zweitem Mal in Kaltenweide-Hainhaus über die Bühne ging. 17 Teilnehmer kämpften in zwei Disziplinen um gute Platzierungen und dabei auch um die Qualifikation zum nächsthöheren Wettkampf, dem Gebietsentscheid. Die Beetpflüger setzen ihr Fahrzeug nur auf einer Seite an. „Früher gab es nur diese Einseitigen“ bestätigte Andreas Teichler, der für die Landwirtschaftskammer Niedersachsen als Berater für die Ausbildung zum Landwirt arbeitet, “das ist praktisch der historische Stil“. Der Stil der Drehpflüger mit Scharen auf beiden Seiten sei dagegen dem technischen Fortschritt geschuldet und heute gängige Praxis und für die Auszubildenden ein absolutes Muss. Für die Teilnehmer ist fast zwei Stunden absolute Konzentration und sehr viel Fingerspitzengefühl gefragt. „Richtiges Pflügen“, so unterstrich Andreas Teichler, „ist auch bei der heutigen Vielfalt von Bodenbearbeitungstechniken eine Grundqualifikation der landwirtschaftlichen Ausbildung. Die richtige Einstellung des Pfluges gehört zu den anspruchsvollsten Aufgaben des Landwirts im Bereich der Bodenbearbeitung.“ Im Wettkampf geht es vordergründig vor allem um das Ziehen gerader Furchen, wobei auch die richtige Tiefe gefragt ist. Neben der Schaffung messbarer und vergleichbarer Bewertungskriterien kommt den Wettbewerben des Leistungspflügens aber noch weitreichendere Bedeutung zu: Sie sind Berufswettbewerb, landwirtschaftliche Brauchtumspflege sowie Öffentlichkeits- und Imagearbeit zugleich.
Bei den Beetpflügern gab es des schließlich einen Doppelsieg für Otze. Es gewann Berend Raupers vor Helmut Beier und Eric Voltmer aus Altmersdingen. Auf Platz 4 landete der letztjährige Dritte Tim Rieckmann, der auf dem Kaltenweider Hof von Fritz Engelke seine Ausbildung macht. Bei den Drehpflügern siegte mit Sigrun Johanna Moye eine junge Dame aus Scharnhorst vor Bastian Köster, der beim Kaltenweider Landwirt Ernst-August Wolkenhauer seine Erfahrungen sammelt und Jan Papendorf aus Vesbeck. Die besten drei beider Wettkampf-Klassen qualifizierten sich für den Gebietsentscheid im Jahr 2018. Die Allerbeste an diesem Tag war Lokalmatadorin Sophia Engelke. Sie absolvierte einen tollen Wettbewerb, trat allerdings außer Konkurrenz an, da sie sich bereits für die Deutsche Meisterschaft im April nächsten Jahres qualifiziert hatte.
Ohne die „alten Hasen im Boot“, so unterstrich Andreas Teichler, „wären solche Wettbewerbe kaum zu stemmen.“ So stellten die Senioren aus den Pflügergemeinschaften Kaltenweide und Otze die Wettkampfrichter, Friedrich Baumgarte und Heinrich Dusche übernahmen die Organisation und Lars Dusche stellte die erforderlichen Flächen zur Verfügung. Für rustikales Essen bei dieser Veranstaltung sorgten Absolventen der Justus-von-Liebig-Schule in Ahlem, eine Ausbildungsstätte für landwirtschaftliche Berufe.