Visionierte Pläne ohne Chance?

Gewerbetreibende auf dem ehemaligen Norta-Gelände wünschen sich Informationen zur Stadtentwicklung: Marian Schlesinski (von links), Peter Schröder, Horst Hillebrand und Maik Hillebrand. (Foto: G. Gosewisch)

Kulturzentrum auf dem Norta-Gelände sehr ungewiss

Langenhagen (gg). Auf wenig Verständnis stößt derzeit unter den Anliegern der Walsroder Straße das von Stadtbaurat Carsten Hettwer in Aussicht gestellte Förderprogramm, bei dem Immobilienbesitzer bei Investitionen in Sanierungsmaßnahmen profitieren könnten. In einer Informationsveranstaltung wurde das umfassend erklärt, nur vier Anlieger nahmen teil, das ECHO berichtete. Nun haben sich Gewerbetreibende, Mieter auf dem ehemaligen Norta-Gelände, verunsichert geäußert, denn vorgeschlagen habe ihnen der Vermieter, die Kündigungsfrist im Mietvertrag zu verkürzen. Ein Zeichen für Veränderung? Rund ein Dutzend Gewerbetreibende möchten Planungssicherheit zum Standort haben, möchten nicht abwandern. Das drohe aus ihrer Sicht, wenn die in der Informationsveranstaltung von Architekt Dieter Frenzel (Büro Argeplan aus Hannover) visionierten Pläne eines neuen Kulturzentrums Wirklichkeit werden. „Braucht Langenhagen ein Kulturzentrum? Kann sich die Stadt das leisten?“, so die Gegenfragen von Franziska Lindinger, Vermögensverwalterin für das ehemalige Norta-Gelände. Im Gespräch mit dem ECHO sagt sie: „Grundsätzlich bin ich für eine positive Entwicklung an der Walsroder Straße. Der Stein ist aber noch nicht in das Rollen gekommen, denn bisher gibt es nur Ideen, aber kein Konzept, sodass nichts Prüfbares vorliegt.“ Sie kann sich gut vorstellen, dass die Anlieger frustriert sind, „weil alles so vage gehalten ist. Kurios ist, dass der Architekt nun ausgerechnet die schrägen Parkbuchten, die erst vor wenigen Jahren zur Verschönerung der Straße gebaut wurden, nun als schlecht im Erscheinungsbild der Straße gewertet werden.“
Leerstände und Restnutzungen sowie der Modernisierungsbedarf der Wohnbebauung weisen nach Frenzels Erhebung auf erhebliche Gestaltungsmängel hin. Nach seiner Einschätzung ist der Bereich zwischen den Elisabeth-Arkaden und Reuterdamm so desolat, dass „Fördermittel für die Sanierung sicherlich bewilligt werden“. Das könnte im besten Fall dazu führen, dass Baumaßnahmen zur Aufwertung zu zwei Drittel aufgefangen werden. Aber das ist Zukunftsmusik, gleichwohl bittet der Stadtbaurat bauwillige Anlieger darum, sich mit ihm in Verbindung zu setzen, um wirtschaftlich optimale Lösungen zu finden.
Das ehemalige Norta-Gelände ist im Flächennutzungsplan als Gewerbefläche im Siedlungsbeschränkungsbereich (Flughafen) ausgewiesen. „Bund und Land müssten zustimmen, wenn das geändert werden soll. Ausschüsse waren auf Vermittlung der Stadtverwaltung bereits vor Ort. Ich sehe wenig Chancen, dass sich da etwas tut“, erklärt der Stadtbaurat. Bestenfalls ein Logistik-Zentrum könnte also entstehen, wenn gravierend modernisiert wird. Der Flächennutzungsplan soll politisch diskutiert werden, frühestens im nächsten Winter.