Vom Nationalhelden zum Kommunikator

Pastor Frank Foerster, der sich im Kirchenkreis Burgwedel-Langenhagen als Botschafter für das Reformationsjubiläum engagiert, hat die Ausstellung mit Luther-Bildnissen nach Langenhagen geholt. (Foto: A. Hesse)

Luther-Bilder im Wandel der Epochen: Ausstellung in St. Paulus

Langenhagen. „Martin Luther selbst hat sich im Laufe der Zeit vielleicht nicht so sehr verändert, aber die Darstellungen von ihm haben es.“ Pastor Frank Foerster aus der St.-Paulus-Kirchengemeinde Langenhagen ist sehr an deutscher Kirchengeschichte interessiert. Begeistert spricht er von der neuen Ausstellung mit dem Titel „Von Cranach zur BILD-Zeitung“, die er nach Langenhagen geholt hat. Die Ausstellung zeigt diverse Portraits von Martin Luther aus 500 Jahren. Auf 14 Roll-Ups kann man 34 Lutherbildnisse aus unterschiedlichen Epochen betrachten. In kurzen Texten wird erklärt, was die einzelnen Darstellungen über die Vorstellungswelten der Menschen zur Zeit ihrer jeweiligen Entstehung aussagen.
„Man kennt wahrscheinlich die Bilder von Lukas Cranach, die Luther zu seinen Lebzeiten als Ehemann neben seiner Frau Katharina von Bora zeigen“, erklärt Foerster. „Ganz anders sehen die Abbildungen aus dem 19. Jahrhundert zur Zeit des Nationalismus aus. Sie zeigen Luther als nationalen Volkshelden, stark und mächtig.“ Wieder anders kommt eine Darstellung von 1990 daher, auf der Luther mit Kopfhörern vor mehreren Mikrofonen sitzt, wie bei einer Pressekonferenz. „Eine Anspielung darauf, dass das Evangelium in der heutigen Zeit wohl eher über die digitalen Medien verkündigt wird und Luther als großer Kommunikator erscheint“, so Foerster. Ausgeliehen hat Foerster die Ausstellungsstücke beim Institut für Kirchliche Zeitgeschichte des Kirchenkreises Recklinghausen, dessen Leiter, Professor Albrecht Geck, er auf einer Tagung in Loccum kennengelernt hat. Von Gecks Vortrag „Der Protestantismus und seine Bilder“ war Foerster so begeistert, dass er ihn bat, auch in Langenhagen einen Gesprächsabend dazu anzubieten. Am Mittwoch, 6. September, um 19.30 Uhr kommt Professor Geck daher mit reichlich Anschauungsmaterial im Gepäck in die St.-Paulus-Kirche.
„Die Ausstellung ist als Anregung zum Gespräch über Luther und seine Bedeutung für unser Leben heute gedacht“, ergänzt Foerster. Er könne sich auch vorstellen, dass Schulklassen (ab achte Klasse) die Ausstellung im Rahmen des Geschichts- oder Religionsunterrichts besuchen. Zur Vorbereitung können Lehrkräfte die Texte und Bilder auf der Internetseite des Recklinghausener Instituts (www.ikzg-re.ekvw.de/luther-ausstellung/) vorab sichten. Auf Anfrage führt Pastor Foerster auch gerne persönlich durch die Ausstellung.
Eröffnet wird die Ausstellung am Sonntag, 27. August, im Familiencafé „Emma und Paul“ und den angrenzenden Räumen in der St.-Paulus-Gemeinde in Langenhagen im Anschluss an den Abendgottesdienst um 18 Uhr. In diesen Räumen sind die Exponate dann noch bis zum 7. September zu sehen, bis sie für den Zeitraum vom 9. bis 17. September in die Matthias-Claudius-Kirche in Langenhagen-Krähenwinkel weiter wandert.