Vom Stall zur Kindertagesstätte

Zur Eröffnung der Jubiläumsfeier sangen die Kinder vor dem Gemeindehaus. (Foto: J. Weihe)

Kita Engelbostel feierte 50-jähriges Bestehen

Engelbostel (ls). „In Zweierreihen verlassen die Kinder unter der Leitung von Ingrid Rehwinkel das ehemalige Stall- und Konfirmandengebäude der Martinsgemeinde. Direkt vor dem Haus: der Pastorenteich und die Kirche.“ Etwa so, berichtet Doris Stadler, Mitglied des Kuratoriums der Anna-Schaumann-Stiftung, muss es wohl vor einem halben Jahrhundert im Kindergarten der Martinskirchengemeinde ausgesehen haben.
Zum 50-jährigen Bestehen feierte dieser nun ein großes Fest. Seither hat sich viel verändert. Aus dem Pastorenteich wurde ein Spielplatz, das Gebäude ist mittlerweile innen grundsaniert, außen denkmalgeschützt. Die erste Leiterin der Kita, Ingrid Rehwinkel, hat ihren Posten bereits vor Jahren weitergegeben. Inzwischen hat Frauke Kiel die Leitung inne. Die Anzahl der Kinder deutlich gestiegen. „In drei Gruppen toben, lernen und leben 46 Kinder in unserer Kita. Hinzu kommen 15 Krippenkinder, die im neu entstandenen Krippengebäude untergebracht sind“, berichtet Pastor Rainer Müller-Jödicke.
Was sich auch geändert hat: Erst vor Kurzem, im Jahr 2011, gab der Kirchenvorstand die Trägerschaft der Kita an den Kirchenkreis ab. „Nichtsdestotrotz ist das Engagement und der Kontakt zu den Kindern aus der Kirche heraus enorm“, erklärt Christiane Höppner-Groth, pädagogische Leiterin des Kirchenkreises, „Die kirchliche Bildungspädagogik ist sehr ausgeprägt, die Kinder werden von klein auf in ihrem Glauben begleitet und gestärkt. Sie wachsen jeder für sich ganz individuell. Das wirkt auf die Kinder noch wesentlich mehr, als das bloße Bearbeiten der im Bildungsplan vorgesehenen Module, wie zum Beispiel Sprache, Bewegung, Soziales oder Gesundheit.“
Dass Kinder den Zugang zu Familien ermöglichen, erfährt Pastor Müller-Jödocke regelmäßig: „Zahlreiche Eltern aus unserer Kita treten in die Kirche ein oder fangen an, sich zu engagieren, wenn sie feststellen, wie viel der Glaube ihren Kindern gibt. Das stärkt unsere ganze Gemeinde sehr. Wir wissen aber auch: ohne Eltern liefe hier einiges nicht so toll wie momentan. Der Kontakt und das Engagement sind für die Kinder und die Entwicklung des Kindergartens großartig.“
Die Feier zum 50-jährigen Bestehen wurde durch einen Familiengottesdienst eröffnet. Mit Ponyreiten, Schubkarren-Wettrennen, Bobbycar-Führerscheinkursen und noch weitaus mehr Aktionen wurde den Kindern beim Fest viel geboten. Der Treckerclub und der MTV beteiligten sich an diesem Vergnügen und auch Ortbürgermeisterin Gudrun Menneke ließ sich das Jubiläum nicht entgehen. Mit einer Tombola sollte auch der Geburtstagswunsch des Kindergartens in Erfüllung gehen - eine neue Schaukel. Zu gewinnen gab es neben einer Ostsee-Reise viele Kleinigkeiten für Kinder und Eltern.