Von Denkverboten und Denkgeboten

Stichwort Rieselfelder – ein emotionales Thema?

Langenhagen (ok). "Not amused", wie Sozialdemokrat Wolfgang Langrehr es ausdrückte, waren SPD-Fraktion und die Grüne über das Vorgehen der Stadtverwaltung in Sachen Rieselfelder. Es gebe eine klare Beschlusslage, dass diese nicht bebaut werden dürfen; Vorgaben, die den Planern für einen Workshop nicht mit auf den Weg gegeben worden seien. Stadtbaurat Carsten Hettwer widersprach in der jüngsten Sitzung des Stadtplanungs- und Umweltausschusses; die Planer hätten sehr wohl alle Unterlagen ausgehändigt bekommen. Das ganze Areal mit dem Stadtpark müsse allerdings ganzheitlich betrachtet werden. Denkverbote stünden ja nicht im Widerspruch zu Denkgeboten. Hettwer: "Man kann auch zu anderen Auffassungen kommen." Wenn sich der Rat letztendlich für eine Nicht-Bebauung entscheide, werde die Verwaltung das natürlich umsetzen. Das sei bisher allerdings noch nicht der Fall geween. Das sehen die Politiker aber teilweise ganz anders. Dirk Musfeldt (Grüne): "Es gab klare Arbeitsaufträge an die Verwaltung, die nicht umgesetzt worden sind." Es handle sich nicht um ein emotionales Thema, wie es Stadtbaurat Carsten Hettwer sehe, sondern um eine Missachtung des Rates. "Das ist Euphemismus und blanke Polemik", so Fraktionschef Dirk Musfeldt erbost. Inhallich beschäftigen sich Politiker und Verwaltung mit dem ganzen Thema übrigens in nächsten Sitzung des Stadtplanungs- und Umweltausschusses am 10. März, dann werden auch vier Varianten der möglichen Gestaltung vorgestellt.