Von der Kunst, einen LKW zu fahren

Ganz schön viel Technik: Berufskraftfahrer Mario Winter (rechts) erläutert Salar Mala seinen hochmodernen Arbeitsplatz. (Foto: O. Krebs)

33 Jugendliche sahen sich am „Tag der Logistik“ bei Langenhagener Speditionen um

Langenhagen (ok). Auf dem Bock sitzen und den ganzen Tag lang das Gefühl von Freiheit genießen? Ein landläufiges Klischee. Truckermentalität pur ist bei einer Spedition allerdings nicht die Realität. Der Job eines Berufskraftfahrers ist anspruchsvoll: Allerorts herrscht Termindruck; Just-in-Time ist das Stichwort. Und immer ist höchste Aufmerksamkeit gefordert, weil viele Gefahren im Straßenverkehr lauern. 33 Schüler haben sich bei verschiedenen Langenhagener Speditionen am „Tag der Logistik“ informiert, Einblicke in diverse Berufe genommen. Denn es gibt rund um das Gewerbe ja nicht nur den Berufskraftfahrer, sondern auch viele andere Möglichkeiten, sein Geld zu verdienen. Etwa als Fachlagerist oder Servicefahrer. Die beiden Auszubildenden Aylin Ürün von Krage und Jan Neumann von Pralle nahmen die jungen Frauen und Männer unter ihre Fittiche. „Das ist eine schöne Abwechslung zu den Berufsmessen“, sagt Aylin Ürün. Leena Wilke hatte den Ablauf des Tages organisiert: Packen, kommissionieren , umschlagen – alles von A bis Z gehörte dazu. Und der fiktive Kunde Rewaldi spielte auch mit. Der 18-jährige Mike fand den Tag sehr informativ, machte beim Verpacken mit Folie durchaus eine gute Figur. Ob der Job der richtige für ihn ist, weiß der BBS-Schüler allerdings noch nicht genau. „Wir haben mehr als 140 Schulen angeschrieben; leider haben sich nur 33 Schüler im Alter zwischen 14 und 18 Jahren zurückgemeldet“, sagt Leena Wilke. Das Ganze stellte aber natürlich auch kein Recruiting, sondern eine Berufsorientierung dar. Die Region Hannover arbeitet unter anderem eng mit den Ausbildungslotsen an den Schulen zusammen. Einer der Interessierten ist auch Salar Mala (16), der sich für den Job eines Berufkraftfahrers begeistern kann. Mario Winter fährt seit 30 Jahren für Dachser, ist nach eigenen Angaben mit seinen Fahrzeugen gewachsen und hat Salar Mala den hochmodernen Arbeitsplatz erläutert. Aber er ist natürlich auch auf die besonderen Herausforderungen, die der oft stressige Beruf mit sich bringt. Stichwort „Toter Winkel“. 300 Kilometer fährt Winter im Tag rund um die Region Hannover, hat eine Menge Erfahrungen gesammelt. Und er weiß: „Nicht jeder, der einen Führerschein hat, kann LKW fahren.“ Der Job des Berufskraftfahrers bringe eine Menge mehr mit sich, unter anderem auch technisches Verständnis.
Zur Arbeitsgruppe "Logistik macht Schule", die den Tag organisiert hatte, gehören übrigens noch die Speditionen Böhm, Kaufmann und DB Schenker.