Von der Schulbank in die Arbeitswelt

Mitarbeiterin Sina Uhlemann zeigt Vanessa neue Frisuren. (Foto: S. Schirmer)
 
Madita hält die jungen Schüler beim UNICEF-Lauf im Zaum. (Foto: S. Schirmer)

Drei Zehntklässler im Praktikum entdecken neue Perspektiven

Langenhagen (sls). Schon seit 20 Minuten läuft der Wasserhahn. Sanft kreisen die Finger von einem Mädchen über die Kopfhaut einer Kundin. Der Geruch von Haarspray liegt schwer in der Luft. Die Schülerin Vanessa Finke (15 Jahre) arbeitet motiviert und fleißig an den Köpfen der Kunden. Wie alle Gymnasiasten des Jahrgangs absolviert sie ein zweiwöchiges Praktikum – das gehört zum Jahresprogramm und unterbricht den Schulalltag immens. Sie liebt es, mit Haaren zu experimentieren und neue Frisuren auszuprobieren und kann sich gut vorstellen, in Zukunft bei einem Friseur auszuhelfen. Ihr Praktikumsplatz ist Modefriseur Klippert in der der Hindenburgstraße. ,,Es gefällt mir hier echt gut. Das Team ist sehr freundlich, es gibt viel zu lachen und man kann Kontakt mit den Kunden aufnehmen. Ich habe viele neue Sachen gelernt, die ich vorher noch gar nicht wusste ,zum Beispiel, dass Frisieren so viel mit Chemie zu tun hat“, erzählt Vanessa und lacht. Sie darf assistieren und hört gespannt zu, wenn ihr etwas Neues erklärt wird. Besonders interessant findet sie es, wie die Haarfarben gemischt werden
Und kann es kaum erwarten, es selbst auszuprobieren. ,,Anfangs dachte ich, dass die Arbeit bei einem Friseur ganz entspannt ist, doch man hat fast immer was zu tun“, sagt sie.
Auch bei der nächsten Schülerin ist das Praktikum eine Herausforderung:
Streit zwischen Kindern zu schlichten, mit ihnen zu spielen und ihnen in allen Schulfächern Unterstützung zu geben. Das sind die Aufgaben von Madita Kölbel. Die Fünfzehnjährige hat ihren Praktikumsplatz In der Grundschule Godshorn und betreut dort die Klassen 2a und 3c mit. Sie liebt es, Kindern zu helfen und sie zu unterstützen. ,,Ich finde das Praktikum bis jetzt ganz gut und genauso hab ich es mir auch vorgestellt. Ich wurde willkommen aufgenommen und die Kinder haben sich gefreut. Aber es ist auch teilweise schwierig, den Kindern auf eine etwas andere Weise etwas zu erklären, damit sie es verstehen und den Problemkindern, die keinen Bock auf die Schule haben, zu motivieren“, erzählt Madita. Doch im Großen und Ganzen ist sie sehr zufrieden und möchte später gerne in einer Grundschule die Kinder in den Fächern Mathe und Musik unterrichten.
Einen völlig anderen Praktikumsplatz hat sich Marlene Wolters (15 Jahre) ausgesucht: das Niedersächsische Ministerium für Inneres und Sport in Hannover.
Dieses Ministerium ist in viele verschiedene Fachbereiche und Referate unterteilt. Mit dem Wort Referat ist aber nicht der Text gemeint, der in einer Schule vorgetragen wird, sondern es ist ein Arbeitsbereich gemeint, in dem Mitarbeiter tätig sind. Marlene probiert sich in dem Referat für Wahlen, Hoheitsangelegenheiten und Staatsangehörigkeit. Anfangs war sie sehr nervös und hatte Angst, etwas falsch zu machen. Kein Wunder bei einem so speziellen Beruf . Doch alle dort waren sehr freundlich zu ihr und bemühen sich, damit sie viel Neues kennenlernt.
,,Ich habe sehr viel über Politik gelernt und habe erst jetzt wirklich realisiert, wie kompliziert die Abläufe in einer Behörde sind.
Es gibt vielleicht Spannenderes, aber wenn man bei einer Landtagssitzung einmal zuhört, findet man viele interessante Themen, die einen auch selbst betreffen“, berichtet Marlene. Auch sie könnte sich vorstellen bei dem Ministerium zu arbeiten, aber in einem anderen Fachbereich. Alles Weitere möchte sie in der nächsten Woche noch auf sich zukommen lassen.