Vorsichtige Bebauung?

Zum Artikel „Verborgener Schatz“ am 10. Februar erreichte uns folgender Leserbrief: „Im April 2015 las man, dass laut Aussage des Umweltausschusses die Rieselfelder ohne Bebauung an den Stadtpark angeschlossen werden sollen. Später argumentierte Bürgermeister Heuer, dass er sich eine Randbebauung der Rieselfelder gut vorstellen könne und jetzt – man höre und staune – wird laut Gutachten vom Landschaftsarchitekten eine 'vorsichtige Bebauung' vorgeschlagen, die auch vom Stadtbaurat Hettwer befürwortet wird. Aus Umweltschutzgründen darf es keine Bebauung der Rieselfelder geben, sondern nur einen Anschluss dieser Fläche an den Stadtpark – ohne Wenn und Aber. Die grüne Lunge unserer Stadt, die von der Wietzeaue bis in die Nähe des Stadtzentrums reicht, ist dringend erhaltungswürdig, weil sie dem innerstädtischen Bereich, der immer mehr babaut wird, und wo auch schon sehr viele alte sauerstoffspendende Baumbestände der Säge zum Opfer fielen, den nötigen Sauerstoff zuführt. Auch deshalb, weil unsere Stadt infolge Luftverschmutzung durch Flughafennähe und den immer mehr zunehmenden Verkehr besonders auf den Autobahnen durch C02-Emissionen stark belastet ist. Gerade jetzt, wo sich SPD und CDU als Mehrheit der Ratsfraktionen gegen den besonderen Schutz von alten Baumbeständen – auch auf Privatgrundstücken – ausgesprochen habe, möchte ich hier besonders die Ratsfraktion der Grünen mit ihrem 1.000-Bäume-Programm in die Pflicht nehmen und diese auffordern, dazu beizutragen, dass die ehemaligen Rieselfelder schon bald mit einer großen Anzahl von Bäumen aus ihrem Programm wieder bewaldet werden. Auch sollten die Stadtparkteiche erhalten und besser gepflegt werden. Ich hoffe auch, dass durch das neue Raumordnungsprogramm der Region Hannover ein Ausschluss der Neubebauung in Waldnähe von 35 auf 100 Meter Abstand aus Naturschutzgründen und zur Waldentwicklung erhöht wird. Politiker, Umweltausschuss, Parkbeirat und Umweltverbände – jetzt könnt ihr beweisen, dass ihr es ernst meint mit dem Umweltschutz zum Wohle der Menschen unserer Stadt. Dieses sind sie ihren Bürgern einfach schuldig.

Wolfgang Kindel, Langenhagen