Vorwurf der Verschandelung vom Tisch

Im Stadtpark steht die Skulptur "Haus für Sonne und Mond" von Wolf Gloßner.

Skulpturen bekommen Schilder auf Pfosten

Langenhagen (gg). Sobald die Witterung es zulässt, geht es los: Acht Skuplturen im Stadtpark bekommen eine Beschilderung, damit Betrachter sich über Herkunft und Bedeutung informieren können. Vorbild liefern die bekannten GLIEM-Tafeln („Ganz Langenhagen ist ein Museum), die Hinweise auf Heimatgeschichte geben – nicht nur mit Text, sondern auch mit einem sogenannten QR-Code, ein elektronisch lesbarer Hintergrund. Die Skulpturen in Langenhagen haben zwar schon kleine Schilder, auf denen der Name der Skulptur, der Künstler und das Jahr der Aufstellung zu lesen ist, doch dies soll noch erweitert werden. „Daraus könnte auch ein virtueller Kunst-und Kulturspaziergang entstehen“, so der Zweck, den die CDU-Ratsfraktion formuliert hat, um die Finanzierung aus dem städtischen Haushalt zur Abstimmung zu bringen. Mit Erfolg: Bewilligt wurden inzwischen 6.000 Euro. „Seit 2010 sind die Schilder für die Skulpturen Thema in vielen Sitzungen“, weiß CDU-Ratsfrau Gabi Spier, weil sie sich unentwegt gekümmert hat. Die Förderung von Kunst und Kultur ist ihr ohnehin wichtig, ehrenamtlich engagiert ist sie in der Kulturstiftung, bei der die sprichwörtlichen Fäden für den Skulpturenpark und -pfad zusammenlaufen. Die von der Stadtverwaltung beschafften neuen Schilder sind 20 mal 20 Zentimeter groß und werden auf halbhohen Pfosten montiert, der neben der Skulptur mittels Beton-Fundament in der Erde versenkt werden. Kritiker der Skulpturen-Beschilderung mit Pfosten haben in den vergangenen Jahren vor "optischer Verschandelung" gewarnt. Auch die frühere Leiterin des Kunstvereins Ursula Schöndeling wehrte sich vehement dagegen. Die Wirkung der Kunstwerke entfalte sich dem Betrachter nur, wenn die Einbindung in den Park unverfälscht, ohne störende Objekte, wahrgenommen werden kann, so der Tenor in früheren Diskussionen. Seitens der Kulturstiftung wird die Beschilderung befürwortet, weil die Kunstwerke überhaupt als solche erkannt werden, und dem Betrachter mittels Informationen näher gebracht und erklärt werden.
Folgende Skulpturen werden beschildert: Einpaßstück (1990) von Sybille Berke, Studies of Human Being (1987) von Werner Ratering, Unterwelt (1988) von Alke Reeh, Glück über Gewalt (1986) von Hans-Tewes Schadwinkel, Obelisk (2000) von Michael Deiml, Riesenbuntstifte (2005) von Fritz Pietz, Schwimmende Fische (1990) von Bong-Kil Kim, Haus für Sonne und Mond (1990) von Wolf Gloßner.